Internationale Kunstakademie : Hundert Paten unterstützen Kunstprojekt

Die jüdische Kantorin Avitall Gerstetter plant in Mitte eine "Mehr-Religionen-Universität". Die Akademie soll in einem früherem Kinderheim Platz finden.

Noch schlafen die Gebäude in der Auguststraße 14 bis 16 in Mitte ihren Dornröschenschlaf. Doch der Plan für eine „Mehr- Religionen-Universität“, die die jüdische Kantorin Avitall Gerstetter und eine Gruppe von Freunden auf dem Areal des ehemaligen jüdischen Kinderheimes „Ahawah“ errichten wollen, nimmt Gestalt an und findet immer mehr Unterstützer. Wo bis in die 30er Jahre jüdische Mädchen unterrichtet wurden und Waisenkinder ein Zuhause fanden, sollen in ein paar Jahren Studenten verschiedener Religionszugehörigkeit zusammenleben und -arbeiten. Eine internationale Kunstakademie schwebt den Initiatoren vor mit den Schwerpunkten Musik, Bildende Kunst und Journalistik. Ein professionelles Aufnahmestudio, in dem die Studenten CDs für den Musikmarkt produzieren, soll es in dem 4000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex ebenso geben wie Büroräume für die Journalisten.

Vergangene Woche hat die Mehrheit im Parlament der Jüdischen Gemeinde dafür votiert, die Pläne für die Mehr-Religionen-Universität zu unterstützen. Der Gemeinde gehört das Grundstück auf der Rückseite der Synagoge Oranienburger Straße. Die Gemeindevorsitzende Lala Süsskind war von Anfang an von der Idee angetan. Nun hoffen die Initiatoren, dass ihnen die Gemeinde Grundstück und Gebäude verpachtet.

Mittlerweile unterstützen über hundert Paten das Projekt, darunter André Azoulay, der Wirtschaftsberater des marokkanischen Königs, Ex-Innenminister Otto Schily (SPD) und der Berliner Wirtschaftssenator Harald Wolf (Linke). Für die Sanierung wären mindestens sechs bis acht Millionen Euro nötig, schätzen die Initiatoren. Das Geld dafür soll aus EU- und Landes-Mitteln und von privaten Sponsoren kommen. Dafür ist auch eine Kooperation mit der Porzellanmanufaktur Meißen, der Kristallglasmanufaktur Theresienthal und dem Uhrenhersteller IWC vereinbart, die Sondereditionen mit jüdischen Symbolen für Sponsoren des Projekts herstellen wollen. Ein Teil des Areals in einer der besten Lagen Berlins, soll in Wohnungen verwandelt und an Privatleute vermietet werden. Außerdem ist daran gedacht, einen Teil der zu klein gewordenen Jüdischen Oberschule einzubinden. clk

www.ahawah.com

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