Internationaler Kindertag : Mehr Spaß beim Spielen

Am Sonnabend wird der Internationale Kindertag gefeiert, der seinen Ursprung in der DDR hatte. Auf dem Alexanderplatz wird er praktischerweise gleich mit dem Weltspieltag zusammengelegt.

von
Säckeweise Sand. Kindertag ohne das Sandmännchen? Unmöglich. Im Filmpark Babelsberg ist es ohnehin zu Hause, doch am Wochenende ist es auch im FEZ präsent.
Säckeweise Sand. Kindertag ohne das Sandmännchen? Unmöglich. Im Filmpark Babelsberg ist es ohnehin zu Hause, doch am Wochenende...Foto: Manfred Thomas

Wer sind Donkey Kong, Geckabor und Sogga Sorgenfrei? Kinder können das sicherlich leichter beantworten, bei den Erwachsenen klingelt’s wohl eher bei Benjamin Blümchen und Biene Maja. Aber am 1. Juni ist es völlig egal, wen oder was die Eltern kennen und mögen, denn am Internationalen Kindertag geht’s schließlich darum, was den Kindern gefällt.

Deshalb tummeln sich am Wochenende beim großen Kinderfest auf dem Alexanderplatz die Helden der Jüngeren und Jüngsten: Benjamin Blümchen, Super Mario, Luna Löffel, Konstantin Knacks und ihre Kollegen sind auf der Maskottchenparade zu bestaunen, die quietschblaue Fantasiefigur Theo Tintenklecks hat eine eigene Bühnenshow, und eine überlebensgroße Biene Maja wird mit den Kindern Bilder malen. Diese sollen eingescannt und zur „größten digitalen Blumenwiese der Welt zusammengefügt werden“, erklärt Katharina Muck von der Münchener Kinder-Entertainmentfirma Studio 100, die Maja auf Deutschland-Tour schickt; unter anderem Mainz, Leipzig und Karlsruhe stehen auf dem Flugplan der geschäftigen Biene. Umso schöner, dass sie am Kindertag Berlin die Ehre erweist.

Seinen Ursprung hat dieser Tag in der DDR: 1949 erklärte die Demokratische Frauen-Föderation den 1. Juni zum Kindertag, er wurde mit Schulveranstaltungen, Umzügen und Geschenkesegen gefeiert. Nicht zu verwechseln ist er mit dem Weltkindertag, der auf Initiative der Vereinten Nationen aus dem Jahr 1954 zurückgeht. Der Weltkindertag findet in Deutschland traditionell im September statt. Seit der Wiedervereinigung wird an beiden Terminen gefeiert. Während es beim Weltkindertag im Herbst ursprünglich eher um die Stärkung der Rechte von Kindern geht, ist der Kindertag im Frühsommer seit jeher ein Tag, an dem Spiel und Spaß im Mittelpunkt stehen.

Deshalb hat die Eventagentur 2sense, Veranstalter des Kinderfestes auf dem Alex, diesen Tag kurzerhand mit dem Weltspieltag zusammengelegt, der 1999 in Tokio ins Leben gerufen wurde und in vielen Ländern am 28. Mai gefeiert wird. „Der Trend schwappt erst seit ein paar Jahren vor allem aus den USA nach Deutschland“, erklärt Hendrik Tödt von 2sense, der das Doppel-Fest seit den Anfängen vor fünf Jahren organisiert. „Damals haben wir ganz klein mit ein paar Ständen rund um den Neptunbrunnen angefangen“, erinnert sich Tödt. Seitdem sei das Fest von Jahr zu Jahr gewachsen: Inzwischen wird der ganze Alexanderplatz bespielt, 12 000 Quadratmeter mit über 200 Angeboten von Bobbycar-Rennen, offener Bühne für junge Talente und Kinderzirkus bis zu Basketballakademie mit Jugendtrainern von Alba Berlin und Puckschießen mit den Eisbären. Das diesjährige Partnerland Polen reist mit großem Gepäck an: einem zwölf Meter langen und sechs Meter breiten Piratenschiff.

Aber auch ernsthaft soll es zugehen: Das Motto lautet „Kinder brauchen Werte“, und das Rote Kreuz stellt sein Projekt zum Thema Wertebildung vor. 15 Verbände bundesweit aus dem Bereich Kinder und Familie haben mitgemacht und präsentieren im DRK-Zelt ihre Ideen. In einem Wertebarometer können Kinder abstimmen, was ihnen wichtig ist. „In eine von sechs Wertesäulen mit den Aufschriften Mut, Verantwortung, Toleranz, Familie, Freundschaft und Vertrauen kann jeder einen Ball werfen, dann wird der ,Wert der Stunde’ ermittelt“, erklärt Pari Malarajah, die das DRK-Projekt mitbetreut. In einem Beduinenzelt werden Märchen vorgelesen, auch alte Spiele wie Gummitwist und Murmelbahn werden angeboten. „Wir wollen den Kindern zeigen, dass man zum Spielen keine Playstation braucht.“ Für Eltern und Großeltern gibt es Schnupperkurse zu Fragen wie: Was sind meine Werte? Wie kann ich sie meinen Kindern und Enkelkindern vermitteln? Dass es nicht gar zu ernst wird, dafür sorgen schon Maja & Co.

Alexanderplatz, 1. und 2. Juni, 10 bis 18 Uhr, Eintritt frei.

Autor

0 Kommentare

Neuester Kommentar