INTERVIEW : „Die Länder werden zusammenfinden“

Foto: Mike Wolff
Foto: Mike Wolff

Wird es einen neuen, erfolgreichen Anlauf für eine Länderfusion Berlin-Brandenburg geben?

Das Ziel eines gemeinsamen Landes bleibt das richtige. Ich bin davon überzeugt, dass beide Länder vollständig zusammenfinden; der Weg dorthin wird täglich beschritten. Nirgendwo in Deutschland ist die Zusammenarbeit zweier Länder so groß. Die Vereinigung der Unternehmensverbände UVB war von Beginn an für beide Länder zuständig. Auch der DGB und die Bundesagentur für Arbeit haben sich länderübergreifend aufgestellt. Viele andere Institutionen sind diesem Beispiel – auch auf unsere Initiative hin – gefolgt. Ich erwähne den rbb, den Flughafen BBI, die AOK oder die Obergerichte.

Welchen Nutzen brächte die Länderfusion den Unternehmern?

In Brandenburg fehlen junge Leute, betriebliche Ausbildungsplätze können nicht besetzt werden. In Berlin dagegen gibt es Jugendliche, die keinen betrieblichen Ausbildungsplatz finden. Es liegt also nahe, Berliner Jugendliche und Brandenburger Betriebe zusammenzuführen. Genau dieser Ansatz wurde von uns in der Berliner Sonderkommission Ausbildungsplätze aufgegriffen.

Würden die Zukunftsbranchen beziehungsweise die „Berliner Kompetenzfelder“ deutlich gestärkt?

Wichtig ist, sich auf den Wachstumsfeldern der Zukunft gemeinsam aufzustellen. Das erhöht unsere Chancen, von wachsenden Märkten in den Bereichen Ressourceneffizienz, Mobilität oder Gesundheit zu profitieren. Für die Unternehmen ist das seit langem klar.

Gibt es Erfahrungen, an denen man sich orientieren kann?

Wichtig ist, dass die Menschen in unserer Region das Gefühl bekommen, dass eine enge Zusammenarbeit für beide Seiten von Vorteil ist. Wir dürfen deshalb das Ziel der Länderfusion nicht aus den Augen verlieren, und dazu bedarf es des Engagements der Politik und aller gesellschaftlichen Gruppen.

Das Gespräch führte Cay Dobberke

Christian Amsinck, 52, ist Diplom-Volkswirt und Hauptgeschäftsführer der

Vereinigung der Unternehmensverbände in Berlin und Brandenburg (UVB).

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