Interview : „Ich bin gierig nach Spätzle“

Einen Tag nach der „Sex and the City“–Premiere sprach Sarah Jessica Parker über ihren Berlin-Trip und ihre besondere Verbindung zu Deutschland.

Sebastian Leber
Sarah Jessica Parker Foto: dpa
Hat deutsche Wurzeln. Die "Sex and the City"-Darstellerin Sarah Jessica Parker. -Foto: dpa

BerlinDer Aufenthalt der vier „Sex and the City“-Stars war kurz und stressig. Am Donnerstagabend feierten sie die Premiere ihres Kinofilms im Cinestar am Potsdamer Platz, am gestrigen Freitag folgte ein Interview-Marathon im Hotel Adlon. Dabei hatte sich Hauptdarstellerin Sarah Jessica Parker, 43, eigentlich vorgenommen, ein wenig die Stadt zu erkunden.

Frau Parker, gefällt Ihnen der Blick aus dem Hotelfenster?

Ich gebe zu: Viel mehr habe ich bisher nicht mitbekommen von Berlin. Aber einen freien Abend habe ich ja noch. Wenn ich hier fertig bin, gehen wir rüber ins Jüdische Museum und auch zum Holocaust-Mahnmal. Falls dann noch Zeit ist, ins Pergamonmuseum. Und natürlich gehen wir essen.

Mögen Sie die deutsche Küche?

Definitiv. Ich werde Spätzle bestellen. Ich kenne mich da ein bisschen aus, mein Vater hat deutsche Wurzeln. Seine Vorfahren stammen irgendwo aus Sachsen. Und er hat hier Wanderurlaub gemacht und kam mit Lederhose und Jägerhut zurück. Das war aber – glaube ich – eher nicht in Berlin.

Was wissen Sie sonst über Deutschland?

Dass die süßen Schnecken vom Bäcker ihr Geld wert sind. Genauso wie Wiener Schnitzel und Sauerbraten. Und ich mag Würstchen. Richtig viele Würstchen.

Das würde ihre Filmfigur Carrie Bradshaw nicht anrühren. Werden Sie oft mit ihr verwechselt?

Ja, und das Dramatische ist: Ich habe mit Carrie praktisch nichts gemeinsam. Aber das darf man bitte nicht falsch verstehen. Ich bewundere sie. Zum Beispiel dafür, wie viel Energie sie für ihre besten Freundinnen aufbringt. Und ich bin neidisch darauf, wie viel Zeit diese Frauen haben, zusammen im Café zu sitzen und über Beziehungen und Freundschaften und all das zu reden. Deren Tag dauert doch mindestens 28 Stunden, oder?

Immerhin sind Sie heute so schick gekleidet wie Carrie Bradshaw. Die Schuhe zum Beispiel…

Stimmt, diese Absätze sind locker zwölf Zentimeter lang. Das Paar habe ich von Yves Saint Laurent. Aber nur geliehen! Ich befürworte ja in Modedingen das Bibliotheksprinzip: Firmen leihen mir Modelle aus, ich behandle sie gut und gebe sie zurück, damit ich beim nächsten Mal wieder was bekomme.

Werden Sie oft um Ratschläge gebeten, wie man als moderne, selbstbestimmte Frau sein Leben meistert?

Öfters. Und ich habe keine Ahnung davon. Ich bin ja kein Wissenschaftler oder so. ich fühle mich nicht berufen, irgendeinen guten Rat zu geben.

Nervt Sie die Carrie-Schublade?

Nein, außerdem ist das bei den anderen dreien genauso. Etwa Kim Cattrall: Die sagt selbst, dass sie nicht annähernd so sexuell fixiert ist wie ihre Filmfigur Samantha. Sie kennt noch nicht mal Leute, die so drauf sind.

Umgekehrt wird auch von Ihnen als Schauspielerin auf Ihre Rolle geschlossen. Als sich Ihre Kollegin Cynthia Nixon, die Miranda spielt, als lesbisch outete...

...haben viele gedacht: Oh mein Gott, jetzt ist Miranda eine Lesbe. Und weil die Serienfiguren als Trendsetter gelten, haben manche befürchtet, dass sich nun jede vierte Zuschauerin ebenfalls umorientiert. Das war verrückt.

Ist das ein Zeichen, sich von den Figuren zu trennen? Die Fans fordern schon jetzt einen zweiten Kinofilm, obwohl sie den ersten noch gar nicht gesehen haben.

Das muss man abwarten, erstmal wollen wir wissen, wie der erste ankommt.

Ihre drei Kolleginnen haben aber schon gesagt, dass sie bei einer Fortsetzung auf jeden Fall gerne dabei wären.

Ja schon, aber der Drehbuchautor und die Produktionsfirma haben da auch mitzureden. Ehrlich gesagt würde ich mich ein bisschen gierig fühlen, jetzt schon eine Fortsetzung zu fordern. Und gierig bin ich gerade nur nach Spätzle.

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