• Interview mit Manfred Stolpe: "Großen Respekt" für den Rücktritt von Matthias Platzeck

Interview mit Manfred Stolpe : "Großen Respekt" für den Rücktritt von Matthias Platzeck

Er kennt das Amt des brandenburgischen Ministerpräsidenten, denn er hatte es selbst zwölf Jahre inne: Manfred Stolpe. Im Gespräch mit Robert Ide spricht er über den Rücktritt von Matthias Platzeck und das Leben nach dem Amt.

Er kennt das Amt des brandenburgischen Ministerpräsidenten, denn er hatte es selbst zwölf Jahre inne: Manfred Stolpe.
Er kennt das Amt des brandenburgischen Ministerpräsidenten, denn er hatte es selbst zwölf Jahre inne: Manfred Stolpe.Foto: dpa

Herr Stolpe, wie haben Sie von dem Rücktritt von Matthias Platzeck erfahren?

Ich habe damit gerechnet und großen Respekt davor. Aus eigener Erfahrung weiß ich: Es ist besser, auf Ärzte und die Familie zu hören. Ich habe damals weitergemacht und mit meinem Leben gespielt.

Sie sprechen Ihre Krebserkrankung an.

Ich habe nach der ersten Diagnose eine Fehlentscheidung für die Politik getroffen und bin froh, dass Matthias Platzeck das nicht wiederholt. Ich habe gegen den Rat meiner Ärzte gehandelt, am Ende war mein Körper voller Metastasen. Und mit halber Kraft kann man nun mal nicht Ministerpräsident sein.

Was hat Ihr Nachfolger für Brandenburg erreicht?

Das Wichtigste: Matthias Platzeck hat das Land stabilisiert. Er hat Investoren geworben und Vertrauen nach innen und außen geschaffen. Außerdem hat er den Großflughafen vorangebracht.

Wie bitte?

Der Flughafen wird bald eröffnet, spätestens 2015 – da bin ich ganz sicher. Natürlich werden sich die drei Eigentümer des BER weiterhin Schönheitswettbewerbe liefern. Aber es geht doch im Kern bloß noch um Probleme bei der technischen Abwicklung. Wenn ich das mit meinen Schwierigkeiten damals bei der Lkw-Maut oder mit dem jetzigen Drohnen-Debakel vergleiche, ist das lösbar.

Brandenburg hat also gar keine Sorgen? In der Uckermark jedenfalls wohnen immer weniger Leute.

Ach, die Uckermark wird immer schöner. Und Matthias Platzeck hat die demografischen Umbrüche früh und offen angesprochen. Wie es eben seine Art ist.

Herr Stolpe, was kommt nach dem Amt?

Erst einmal soll Matthias Platzeck gesund werden. Er ist ja noch jung und muss sich nicht jedes Angebot aufschwatzen lassen, das ihm jetzt gemacht wird. Da werden die ersten Anrufe schon heute eingehen.

Die Fragen stellte Robert Ide.

Manfred Stolpe, 77, (SPD) war von 1990 bis 2002 Ministerpräsident von Brandenburg und dann bis 2005 Bundesminister für Bau und Verkehr.

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