Investitionen : Zoo baut aus – dank Knut

Die Mehreinnahmen durch Eisbär-Star Knut werden investiert: Die Affen im Zoologischen Garten bekommen neue Anlagen. Die Antilopenhalle und das Aquarium werden saniert.

Annette Kögel

Eisbär Knut hat dem Zoo im vergangenen Jahr 500 000 zusätzliche Besucher aus aller Welt und über vier Millionen Euro Mehreinnahmen verschafft. Dieses Jahr steckt der Zoo einiges Geld in Ausbauten und Sanierungen: So erhalten Gorillas, Orang Utans und Schimpansen neue Käfige und Anlagen. Zudem wird die Antilopenhalle ausgebaut – und das Aquarium bekommt eine frische Fassade, sagte Zoo-Vorstand Bernhard Blaszkiewitz.

Die Arbeiten laufen bereits, am weitesten fortgeschritten ist der Bau der neuen Schimpansenanlage: Die Affen bekommen einen großen Käfig, mit Naturboden und Wasserlauf. Aus Platzgründen gibt es keinen Graben zu den Besuchern hin, sondern ein feinmaschiges Gitter, durch das man einen sehr guten Blick haben soll. Die neue Gorillaanlage wird künftig dreimal so groß sein, sie soll möglichst natürlich aussehen. Allein das Investitionsvolumen dafür beträgt rund eine halbe Million Euro. „Alles Eigeninvestitionen“, sagt Zoo-Vorstand Blaszkiewitz, verbaut werden also weder Landes- noch Lottogelder. Auch bei den Antilopen wird renoviert. Die Halle bekommt ein neues Dach, eine neue Kuppel, und auch ein neues Lüftungssystem. Künftig kommen die Besucher dichter an die Tiere heran. Das Aquarium soll von außen schicker werden. Die Fassade zur Budapester Straße „wird auch nach der Sanierung so aussehen wie heute, nur viel schöner“. Das Äußere des Gebäudes wird restauriert, der Putz erneuert. Ob der jetzt vorherrschende grünliche Ton beim Außenanstrich bleibt, sei aber noch nicht entschieden.

Ebenfalls völlig unklar ist noch, was aus dem Tier wird, das Zoo und Tierpark maßgeblich zum unerwarteten Geldsegen verhalf: Knut. Wer den Zoo-Chef dieser Tage danach fragt, ob der 13 Monate alte Eisbär möglichweise doch Berliner bleibt, und ob für den in aller Welt beliebten tierischen Superstar und eine künftige „Lebensgefährtin“ vielleicht doch ein neues Gehege ausgebaut werde, erhält von Bernhard Blaszkiewitz immer die gleiche Antwort: „Das steht nicht auf der Agenda.“

Tourismusfachleute und Zoo-Insider hatten zuletzt immer wieder betont, dass die Stadt sich eines touristischen Highlights selbst berauben würde, wenn sie das Klimaschutz-Symboltier abgäbe. Der Zuwachs beim Berlin-Tourismus sei auch dem Knut-Boom zu verdanken, heißt es im Gastgewerbe. Experten erwarten auch langfristig einen Knut-Bonus für die Stadt. Wie berichtet, laufen derzeit gar Verhandlungen mit Filmproduzenten aus Hollywood und aus New York. Dem Zoo werden Millionen Dollar aus Lizenzeinnahmen in Aussicht gestellt – weiterer Geldsegen.

Zusätzlicher Eisbären-Nachwuchs hat sich im Zoo noch nicht eingestellt. So ist und bleibt Knut für viele einzigartig. „Ich gebe zu, manchmal ging mir der Rummel um das weiße Wollknäuel auf die Nerven, Knut hat vieles untergehen lassen“, sagte Blaszkiewitz dem „Spiegel“ – so stünden etwa „das seltene Aye-Aye aus Madagaskar und unser Spitzmausnashorn Zawadi“ in seinem Schatten. Annette Kögel

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