Berlin : Irak-Wahlen: Registrierung hat in Weißensee begonnen

Aliki Nassoufis

Seit Montag früh können sich in Deutschland lebende Iraker für die Parlamentswahlen am 30. Januar registrieren lassen. Mehrere Einsatzwagen der Polizei stehen in der Albertinenstraße in Weißensee, es gibt zwei Sicherheitsschleusen – die Angst vor möglichen Anschlägen ist groß. Der erste Tag verlief nach Angaben der zuständigen Internationalen Organisation für Migration (IOM) jedoch problemlos und ruhig.

„Wir rechnen damit, dass der große Ansturm erst am Wochenende kommt“, sagte der IOM-Büroleiter Berlins, Jakob Preuss. Denn bundesweit können sich die wahlberechtigten Iraker nur in München, Mannheim, Köln und Berlin registrieren lassen. In Berlin werden daher insgesamt 12 000 Iraker, vor allem aus Hamburg, Rostock und Dresden, erwartet.

Suan Mhedden ist eine von ihnen. Die Hannoveranerin und ihre Eltern fuhren für die Registrierung drei Autostunden nach Berlin. Suan Mhedden ließ sich von der Schule befreien, ihr Vater nahm Urlaub. „Wir wären auch zehn Stunden gefahren“, sagt die 19-Jährige, „denn diese Wahlen sind uns sehr wichtig.“ Die kurdische Familie hofft auf eine Demokratie im Irak, weil sie dann in ihre Heimat zurückkehren könnte, die sie vor acht Jahren als politische Flüchtlinge verlassen mussten.

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