Berlin : Irgendwie jünger

Bernd Matthies

Hätte es Klaus Wowereit auch als Schauspieler zu was bringen können? Die Frage ist nicht wirklich zu klären; richtig ist aber, dass er absolut erste Wahl ist, wenn jemand zufällig den Regierenden Bürgermeister von Berlin darstellen soll – er ist für diese Rolle, was Gründgens für den Mephisto war. Einen Auftritt bei „Gute Zeiten, schlechte Zeiten“ hat er schon absolviert, der nächste hätte jetzt folgen sollen.

Aber was passierte? Wowereit konnte nicht, und die Rolle wurde einem gewissen Matthias Platzeck zugesprochen. Zieht man in Erwägung, dass viele TV-Zuschauer nicht richtig zwischen Glotze und Wirklichkeit unterscheiden können, wird das große Verwirrung stiften. „Ist nicht dieser Pflüger Wowereits Stellvertreter?“, werden viele rufen, sie werden argwöhnen, dass die Länderfusion heimlich vollzogen wurde oder sich fragen, ob Wowereit nicht früher ohne diesen schütteren Zauselbart irgendwie, ja, jünger ausgesehen habe.

Wowereit muss das rasch ausbügeln. Ob sie ihn als Ministerpräsidenten im Katastrophenfilm „Der Deichgraf“ brauchen können? Er sähe bestimmt cool aus mit Bart und Gummistiefeln.

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