Irland in Berlin-Pankow : Kaffee, Tee und Kuchen im Tropenhaus

Im Botanischen Volkspark Blankenfelde in Pankow kann man inmitten subtropischer Pflanzen englisches Flair erleben. Der irisch-englisch-stämmige Tom Rolleston betreibt dort das "Café mint". Hier kann man neben irischen und englischen Spezialitäten die Gesellschaft des sympathischen Inhabers und Smalltalk-Meisters genießen.

Sophie Maass
Mit Milch und Zucker? Tom Rolleston serviert seine britischen Spezialitäten unter Glas – im Gewächshaus des Botanischen Volksparks Blankenfelde.
Mit Milch und Zucker? Tom Rolleston serviert seine britischen Spezialitäten unter Glas – im Gewächshaus des Botanischen Volksparks...Foto: Georg Moritz

Die Früchte eines Limettenbaums verbreiten erfrischenden Duft. An der Pistazie daneben hängen noch keine Samen, aber ein roter Hibiskus und ein rosa Oleander entschädigen dafür mit prächtigen Blüten. Hinter einem Wandelröschenstrauch ragt ein Palmengewächs hervor. Doch die subtropischen Pflanzen wachsen nicht in Italien, Spanien oder Südfrankreich, sondern im Norden Pankows. Im Botanischen Volkspark Blankenfelde liegt mitten in einem denkmalgeschützten Gewächshaus das Tea-Time-Paradies von Tom Rolleston – das "Café mint".

Rolleston und sein Team öffnen an jedem Wochenende und an Feiertagen für hungrige Parkspaziergänger und Wanderer, die im nahe gelegenen Naturpark Barnim den Mauerstreifen entlangpilgern.

Caipirinha-Kuchen und Smalltalk

Bei Tee und original britischen Scones mit Clotted Cream und Erdbeerkonfitüre lässt sich hier entspannen. "Die Scones backe ich nach einer Methode meiner irischen Mutter. Sie sind also eigentlich eher irisch als englisch", sagt Rolleston, der zur Hälfte Ire und Engländer ist. "Ich nehme immer die Nationalität an, deren Mannschaft gerade beim Fußball gewinnt", sagt der 36-jährige Gastronom. Er ist das Gesicht des Cafés. Viele Stammgäste kommen nicht nur, um sich Kuchen und allerlei süßes Gebäck auf der Zunge zergehen zu lassen. Sie wollen sich mit dem freundlichen Briten unterhalten. Denn Rolleston ist ein Meister des Smalltalks. Dabei erzählt er seinen Kunden meistens etwas über eine seiner zwei Leidenschaften – seine Heimat Irland oder das Backen. Oft wandelt er ein Rezept bis zu sechs, sieben Mal ab, bevor es dauerhaft in die Karte aufgenommen wird. So zum Beispiel den englischen Zitronen-Holunder-Käsekuchen, den er zuvor mit Himbeer- und Caipirinha-Geschmack ausprobierte. Demnächst will Rolleston einen neuen irischen Kaffeekuchen kreieren.

Unterstützung lokaler Betriebe

Die Gäste scheinen die Abwechslung zu mögen. Um eine Zypresse, die gleich neben der Selbstbedienungstheke steht, rennt ein Kleinkind mit Eis in der Hand. Im Gang zwischen den Tischen stehen zwei Frauen, die sich unterhalten. Ihre Kinder hocken am Tisch und essen Würstchen im Schlafrock. Vier Rentner sitzen gemütlich in einer Ecke, nippen an ihren Cappuccinos. Der Kaffee kommt aus einer Berliner Rösterei. Alle Waren, die Rolleston nicht direkt aus seiner Heimat liefern lässt, versucht er über lokale Betriebe zu beziehen. "Wir wollen vor allem hier ansässige Unternehmen unterstützen", so Rolleston. Seine Frau ist in Pankow aufgewachsen. Sie steht ihrem Mann im Café immer dann beiseite, wenn sie nicht gerade auf die beiden vier und sieben Jahre alten Kinder aufpasst.

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