Berlin : Islam-Lehrer will abgehört worden sein Schulbehörde spricht von dubiosem Vorgang

Susanne Vieth-Entus

Ein ungeklärter Vorfall im Unterricht der Islamischen Föderation belastet deren Verhältnis zur Berliner Schulverwaltung. Nach Informationen des Tagesspiegel behauptet ein Lehrer der Föderation, sein Islamunterricht in der Rixdorfer Grundschule in Neukölln sei widerrechtlich belauscht worden. Zum Beweis legte die Föderation der Schulverwaltung nach deren Darstellung ein Foto vor, auf dem ein kleines, an einem Schrank befestigtes Abhörgerät zu sehen sein soll.

Den Vorwurf des Abhörens „können wir nicht bestätigen“, sagte gestern Kenneth Frisse, der Sprecher von Bildungssenator Klaus Böger (SPD). Auch die Art und Weise, wie das angebliche Geschehen gemeldet wurde, sei „dubios“: Im Verdachtsfall hätte der Islam-Lehrer sofort die Schulleitung informieren müssen, sagte Frisse.

Dies ist aber offenbar nicht geschehen. Der Lehrer soll lediglich das Foto gemacht und sich an die Föderation gewandt haben. Dem Vernehmen nach hat er sich nach dem Vorfall am 2. Dezember krank gemeldet. Seither findet kein Islamunterricht an der Schule statt. Die Föderation selbst wollte gestern nicht zu dem Sachverhalt Stellung nehmen.

Die Leiterin der Rixdorfer Grundschule, Marion Berning, hatte sich in der Vergangenheit stets sehr kritisch über die Föderation und die Auswirkungen des Islamunterrichts geäußert und keinen Hehl daraus gemacht, dass sie die Vereinigung nur ungern in ihrer Schule sieht.

Sie bestreitet aber vehement die Darstellung der Föderation. Für sie steht fest, dass der angebliche Lauschangriff eine „Inszenierung“ der Föderation war. Der auf dem Foto abgebildete Schrank stehe nicht in dem fraglichen Klassenraum. Und ein Abhörgerät habe sie dort auch nicht gefunden, sagte die Direktorin.

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