Islam-Satire : Körting: "Die Aufregung kann ich nicht verstehen"

Berlins Innensenator Ehrhart Körting und Kenan Kolat, der Vorsitzende der türkischen Gemeinden in Deutschland, haben sich selbst ein Bild von der bei Muslimen umstrittenen Karikaturen-Austellung in Berlin-Moabit gemacht. Ihr Fazit: Mehr Gelassenheit zeigen.

Islam-Satire
Stein des Anstoßes: Das Bild der Kaaba in Mekka (l.) hat wegen der Überschrift "Dummer Stein" bei Muslimen für Empörung gesorgt. -Foto: AFP

BerlinBeim Besuch der von Muslimen heftig kritisierten satirischen Ausstellung "ZOG" in Berlin-Moabit zeigten sich der Berliner Innensenator Erhart Körting (SPD) und der Bundesvorsitzende der türkischen Gemeinden in Deutschland, Kenan Kolat, überrascht, dass die dort gezeigten Bilder so viel Aufregung verursacht haben. "Ich sehe mit dieser Ausstellung keine Probleme, die Aufregung kann ich nicht verstehen", sagte Körting bei einem Rundgang. Kunst und Religionsfreiheit seien schützenswerte Grundrechte. Ähnlich äußerte sich auch Kenan Kolat. Beide betonten das Recht auf künstlerische Freiheit.

Muslime sollen Gelassenheit zeigen

Noch bevor Kolat mit Berlins Innensenator Körting, dem Berliner Kulturstaatssekretär André Schmitz und Mitgliedern des Bezirksamts Mitte die Austellung besuchte, versuchte er die wegen der Plakatausstellung in der Berliner Galerie Nordempörten Muslime zu beruhigen.

"Ich stehe für die Freiheit der Kunst. Jeder auch nur halbwegs liberal denkende Mensch wird die Freiheit der Kunst hochhalten, wie übrigens die Freiheit der Meinungsäußerung und die Freiheit der Lehre in der Wissenschaft", betonte Kolat. "Wie Anton Tschechow sagt, "ich teile alle Werke in zwei Gruppen: In die, die mir gefallen, und in die, die mir nicht gefallen. Ein anderes Kriterium habe ich nicht". Dem ist nichts hinzuzufügen. Ich fordere alle Muslime auf, mehr Gelassenheit zu zeigen."

"Dummer Stein" sorgt für Aufregung

Nach Drohungen von Muslimen musste die Satire-Ausstellung der dänischen Künstlergruppe "Surrend" für eine Woche geschlossen werden. Jetzt soll ein privater Wachdienst für Sicherheit sorgen, teilte das zuständige Bezirksamt mit. Auch die Polizei will nach eigenen Angaben "ein sehr wachsames Auge" auf die Galerie haben.

Die Kritik von Muslimen hatte sich gegen ein Plakat gerichtet, das die würfelförmige Kaaba in Mekka, das zentrale Heiligtum des Islam, mit der Textzeile "Dummer Stein" zeigt. Die Künstlergruppe "Surrend" ist für ihre satirisch-politischen Karikaturen und Plakate bekannt. Der Ausstellungstitel "ZOG" steht für "Zionist Occupied Government" (deutsch: zionistisch besetzte Regierung) und versteht sich als Persiflage auf Verschwörungstheorien. (iba/ddp/dpa)

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