Islamhass : Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Volksverhetzung gegen Hochschuldozenten

Nach seinen Ausfällen gegen "Museltanten" wird es ernst für den Ex-Lehrbeauftragten Wolfgang Hebold. Aber ein Rassist will er nicht sein.

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Frauen mit Kopftuch sind dem Mathematiker zuwider. Weil seine aggressive Kritik in die Welt trug, verlor er seine Dozenten-Jobs.
Frauen mit Kopftuch sind dem Mathematiker zuwider. Weil seine aggressive Kritik in die Welt trug, verlor er seine Dozenten-Jobs.Foto: dpa

Seine antiislamischen Tiraden im Netz könnten für den Mathematik-Dozenten Wolfgang Hebold ein strafrechtliches Nachspiel haben. Nach kurzer Prüfung des Falls hat die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts einer Volksverhetzung eingeleitet. Damit droht zumindest eine Geldstrafe, wenn sich der Verdacht bestätigt und das Verfahren nicht eingestellt wird. In schwereren Fällen können auch Haftstrafen ausgesprochen werden.

Hebold betreibt einen privaten Internet-Blog auf dem er die „Verheerung Europas“ durch islamische Einwanderer beklagt, die bei ihm bevorzugt „Muselmanen“, „Kopftuchmoslems“ oder „Museltanten“ heißen. Der RBB veröffentlichte im Mai Einzelheiten zu dem Fall. Bei seinen Recherchen will der Sender auch auf mittlerweile gelöschte Einträge Hebolds in einem anderen islamfeindlichen Blog gestoßen sein, in denen er noch deutlicher geworden sein soll: „Die Serben hätten ohne das Eingreifen der Nato wohl den ganzen Balkan von Muselmanen gesäubert. Manchmal bin ich mir nicht sicher, ob’s nicht besser gewesen wäre.“

Er sei „nicht rassistisch“, beteuert er

Auch zu Lehrerinnen mit Kopftuch soll er dort ausfällig geworden sein. „Falls eine Lehrerin mit Kopftuch erscheint, machen wir in der entsprechenden Schule Randale. Dann ist der Schulfrieden hin und die Museltante muss sich zivilisiert kleiden. Oder gehen.“ Zudem berichteten Studierende, ihr Dozent habe ihnen Aufgaben gestellt, in denen es etwa um Zusammenhänge zwischen Islam und Terrorismus gegangen sei.

Bereits am Tag vor der Ausstrahlung des Berichts hatte sich die Hochschule für Wirtschaft und Recht (HWR) von dem Dozenten getrennt, danach beendete auch die Hochschule für Wirtschaft und Technik (HTW) die Zusammenarbeit. Später folgte die private Management-Hochschule SRH, die ihren Lehrbeauftragten zunächst nur freigestellt hatte. Hebold bestreitet, dass die Einträge unter seinem Namen auf fremden Webseiten von ihm stammten. Der RBB habe das Geschehen in seinem Beitrag zudem „bösartig verdreht“. Er sei „nicht rassistisch“, beteuert er.

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