Islamischer Staat : Terrorunterstützer zum zweiten Mal in Berlin angeklagt

Bereits im Mai wurde Fayssal M.B. zu 33 Monaten Haft verurteilt. Jetzt steht er erneut vor Gericht. Er soll IS-Anhänger bei der Einreise nach Syrien unterstützt haben .

Fayssal M.B. sitzt erneut auf der Anklagebank. Schon im Mai war er unter anderem wegen Unterstützung der Terror-Miliz IS zu 33 Monaten Haft verurteilt worden.
Fayssal M.B. sitzt erneut auf der Anklagebank. Schon im Mai war er unter anderem wegen Unterstützung der Terror-Miliz IS zu 33...Foto: Paul Zinken/dpa

Vor dem für Staatsschutzfragen zuständigen Kammergericht Berlin hat am Donnerstag ein neuer Prozess gegen den Terrorunterstützer Fayssal M. B. begonnen. Die am Nachmittag verlesene Anklage wirft dem Algerier vor, die Einreise eines Unterstützers der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) nach Syrien mitorganisiert zu haben. Demnach war der 32-Jährige im September 2015 Mitglied einer entsprechenden Chatgruppe.

B. war bereits im Mai diesen Jahres zu einer 33-monatigen Haftstrafe verurteilt worden, weil er dem IS über einen Mittelsmann Geld geschickt hatte. Zudem wurde er wegen Diebstahls verurteilt. Das Gericht attestierte ihm damals eine "verfestigte Pro-IS-Haltung". Nun muss er sich an voraussichtlich sieben weiteren Verhandlungstagen bis Anfang Dezember für zusätzliche Aktivitäten zugunsten der Dschihadistenmiliz verantworten.

Die aus vier Teilnehmern bestehende Chatgruppe soll zwischen dem 1. und 3. September 2015 den Grenzübertritt eines in der Türkei befindlichen Manns organisiert haben. Hierzu soll B. zuvor via Skype mit einem IS-Unterstützer in Kontakt gestanden und am 1. September 250 Euro in eine Stadt nahe der türkisch-syrischen Grenze geschickt haben.

Ob der Unterstützte am Ende tatsächlich das damalige Herrschaftsgebiet des IS erreichte, ist unklar. Die Dschihadisten hatten zwischenzeitlich weite Teile des Iraks und Syriens unter ihre Kontrolle gebracht und dort ein radikalsunnitisches Kalifat ausgerufen. Inzwischen verlor der IS aber in beiden Ländern einen Großteil dieser Gebiete wieder an staatliche Kräfte oder andere Milizen. (AFP)

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