Berlin : Islamist zieht nach Berlin

Mutmaßlicher Al-Qaida-Terrorist angeblich schon in der Hauptstadt – Sorge vor Islam-Kongress

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Der mutmaßliche AlQaida-Terrorist Reda Seyam zieht nach Berlin. Wie aus Sicherheitskreisen außerhalb Berlins verlautete, stehe der Umzug des gebürtigen Ägypters „unmittelbar bevor“. Möglicherweise halte Seyam sich sogar schon in der Hauptstadt auf, hieß es weiter. Der gebürtige Ägypter, seit Ende der achtziger Jahre deutscher Staatsbürger, wohnte seit Mitte vergangenen Jahres mit seiner Frau und fünf Kindern in der baden-württembergischen Stadt Laichingen. Der Sozialhilfeempfänger erhält für seinen Umzug eine Umzugskostenbeihilfe vom zuständigen Landratsamt. Ein Amtssprecher sagte dem Tagesspiegel, dies sei „ein normaler Vorgang“. Generalbundesanwalt Kay Nehm ermittelt gegen den 45-Jährigen wegen des „Verdachts der Unterstützung einer ausländischen terroristischen Vereinigung“. Seyam wurde im Sommer 2002 in der indonesischen Hauptstadt Jakarta unter dem Verdacht festgenommen, den Terroranschlag auf der Ferieninsel Bali im Oktober 2002 finanziert zu haben. Dabei starben 202 Menschen, darunter sechs Deutsche. Wegen „Visavergehen“ wurde er lediglich zu einer zehnmonatigen Haftstrafe verurteilt und anschließend nach Deutschland abgeschoben.

Die Innenverwaltung wollte sich zu dem Fall nicht äußern. Senator Körting sagte am Montag lediglich, soweit es um Personen der islamistischen Szene geht, bestehe ein „hervorragender Informationsaustausch“ zwischen den Berliner Behörden und denen anderer Bundesländer.

Bislang ist nicht bekannt, ob Seyam Kontakte zur Neuköllner Al-Nur-Moschee hat. Hier soll der Tunesier Ihsan G. im Januar 2003 junge Islamisten für den Heiligen Krieg trainiert haben – seit Mai läuft gegen ihn der Prozess vor dem Kammergericht. Unklar bleibt, ob Seyams Kinder in der König-Fahd-Schule in Charlottenburg unterrichtet werden können. Über eine entsprechende Absicht hatte das Magazin „Focus“ gestern berichtet. Die Sprecherin der Senatsschulverwaltung Anne Rühle sagte, ihre Behörde würde einen solchen Antrag ablehnen. „Für eine Ergänzungsschule dieser Art befreien wir nur Kinder saudiarabischer Diplomaten oder Geschäftsleute von der Schulpflicht“, so Rühle. Da Seyams Kinder Deutsche seien, erfüllten sie nicht die Voraussetzungen zum Besuch der Schule, sondern müssten ganz regulär eine deutsche Schule besuchen.

Die CDU forderte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) unterdessen auf, im Innenausschuss über den geplanten „Ersten Arabischen Islam-Kongress“ aufzuklären. Der Innensenator solle Stellung nehmen, ob die vom 1. bis 3.Oktober an einem nicht bekannten Tagungsort in Charlottenburg geplante Konferenz eine Bedrohung im Kampf gegen den Terrorismus sei, sagte Fraktionschef Nicolas Zimmer. SB/fan

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