Berlin : Islamisten und ihre Gegner treffen aufeinander

Polizei will heute Konflikte von „Al-Quds“-Teilnehmern mit Gegendemonstranten verhindern

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Trotz des heftigen Protests in der Öffentlichkeit werden heute ab 11.30 Uhr etwa 1000 bis 2000 Islamisten in Charlottenburg demonstrieren. Der Aufzug zum „Al-Quds-Tag“ (Jerusalem-Tag) führt jedoch nicht wie in den Vorjahren über den Kurfürstendamm, wie vom Veranstalter wieder gewünscht. Die Polizei schrieb folgende Route vor: Vom Adenauerplatz zum Stuttgarter Platz und über die Kantstraße zum Savignyplatz. Dort findet eine Abschlusskundgebung statt. Die Gegendemonstration „Gegen den islamistischen Antisemitismus“ findet von 10 bis 14 Uhr statt und führt von der Wilmersdorfer Straße über die Krumme Straße zum Stuttgarter Platz. Angemeldet wurden bei der Versammlungsbehörde zu dieser Gegendemo nur 200 Personen. Gegen den Al-Quds-Aufmarsch protestieren Mitglieder der Jüdischen Gemeinde, der Grünen, der PDS, der CDU und zahlreiche Einzelpersonen. Die Polizei kündigte an, die Gruppen am Stuttgarter Platz auseinander zu halten, um Konflikte zu verhindern.

Wie berichtet, hatte Innensenator Ehrhart Körting (SPD) keine Möglichkeit für ein Verbot der Islamisten-Demo gesehen. Im vergangenen Jahr waren 1200 Islamisten über den Kurfürstendamm gezogen, dabei wurden Hassparolen wie „Scharon – Kindermörder“, „Tod Israel“ und „Tod den USA“ skandiert. Zu dem „Al-Quds-Tag“ hatte 1979 im Iran erstmals Ajatollah Khomeini aufgerufen. An einem bestimmten Tag im Fastenmonat Ramadan sollen weltweit Muslime auf die Straßen gehen, um für die „Befreiung“ Jerusalems von den Israelis zu demonstrieren. In Berlin finden diese Aufzüge seit 1995 statt. Für die heutige Demonstration kündigte Körting an, „Beleidigungen und Volksverhetzung werden gnadenlos zu unterbinden und zu verfolgen sein“.

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