• Israels Präsident entschuldigt sich für Berliner Verkehrschaos Längere Staus zum Abschluss des Katsav-Besuchs, doch die Beschwerden hielten sich laut Polizei in Grenzen. Mitte hat jetzt eine „Ben-Gurion-Straße“

Berlin : Israels Präsident entschuldigt sich für Berliner Verkehrschaos Längere Staus zum Abschluss des Katsav-Besuchs, doch die Beschwerden hielten sich laut Polizei in Grenzen. Mitte hat jetzt eine „Ben-Gurion-Straße“

Jörn Hasselmann

Um 11.25 Uhr atmeten die Berliner Sicherheitsbeamten erst einmal durch. Das war der „Point of no Return“. Um diese Uhrzeit hatte die Maschine mit Mosche Katsav an Bord den Punkt auf dem Flug nach München überschritten, an dem es im Notfall nicht nach Berlin zurückgekehrt wäre. 2000 Polizisten hatten den israelischen Staatspräsidenten bei seinem Staatsbesuch bewacht. „Ein schwieriger, komplizierter Einsatz ist völlig reibungslos verlaufen“, lobte Stabsleiter Friedrich-Christian Wähmann. „Das Beschwerdeaufkommen hat sich in Grenzen gehalten“, sagte der Polizeidirektor. Allerdings war der Stau gestern früh länger als an den Vortagen, da die Straßen vom Hotel Intercontinental zum Holocaust- Mahnmal sehr früh gesperrt worden waren – auf keinen Fall sollte der Präsident verspätet abfliegen, hieß es. Katsav hatte sich am Vorabend, bei seiner Rede in der Philharmonie, „für das Verkehrschaos“ entschuldigt. Die Letzten, die warten mussten, waren die Fahrgäste auf der U-Bahn-Linie 6, die während des Abflugs gesperrt wurde.

Eine „Maßnahme“ von vielen, an die die Polizei denken musste. So war das Straßenschild, an dem Katsav feierlich die Entlastungsstraße in Ben-Gurion-Straße umbenannte, eigens an einen sicheren Ort außerhalb des Schussfelds möglicher Attentäter versetzt worden. David Ben Gurion war einer der Gründungsväter Israels und der erste Ministerpräsident des Landes. Nach dem Abflug buddelte das Tiefbauamt das Schild wieder um. Am Holocaustmahnmal war ein großes Zelt vor dem Eingang aufgebaut worden, um Scharfschützen kein Ziel zu geben, in den beiden Limousinen mit der israelischen Flagge waren die Gardinen immer zugezogen, von außen war nicht zu erkennen, in welchem der beiden Wagen Katsav sitzt. Einem Schaulustigen, der sich beklagte, dass er den Präsidenten nicht zu Gesicht bekam, beschied die Polizei: „Dann haben wir gut gearbeitet.“ Und das fast rund um die Uhr. Am Montag früh hatte Einsatzleiter Klaus Keese gesagt: „Vor Mittwochabend sieht mich meine Frau nicht wieder.“ Er war nicht der Einzige, der im Büro schlief.

Im Juni wird kein wichtiger Staatsgast erwartet, und während der Sommerferien gibt es ohnehin kaum Besuche. „Aber man weiß ja nicht, wer Kanzler Schröder noch im letzten Moment besuchen möchte“, hieß es gestern.

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