Berlin : Ist Berlin wirklich die teuerste deutsche Stadt?

Ein internationaler Vergleich kommt zu diesem Ergebnis

Sigrid Kneist

Das hatte bislang keiner auf der Rechnung: Berlin soll die teuerste Stadt Deutschlands sein; mit höheren Mieten als in München, Düsseldorf, Frankfurt und Hamburg. Zu dem Ergebnis kommt zumindest die Beratungsfirma Mercer Human Resource Consulting mit Sitz in Genf. Sie hat weltweit die Lebenshaltungskosten in 150 Städten untersucht. Danach liegen an der Spitze Tokio, Moskau und Osaka, während Berlin als erste deutsche Stadt auf dem 58. Platz landet vor München (62), Düsseldorf (63), Frankfurt (65) und Hamburg (83). Im vergangenen Jahr lag Düsseldorf vorne. Diese Resultate überraschen, kommen doch statistische Erhebungen beispielsweise bei den Mieten immer wieder zu anderen Ergebnissen. Bei einer Studie des Rings Deutscher Makler etwa liegt München mit Abstand an der Spitze. Frankfurt, Düsseldorf und Hamburg liegen ebenfalls weit vor Berlin.

Mercer-Projektleiterin Yvonne Traber erklärt ihre Resultate so: Untersucht wurde ein Warenkorb von 200 Gütern, darunter Miete, Lebensmittel, Transportwesen und Bekleidung. „Die Differenzen zwischen den deutschen Städten waren sehr gering“, sagte Traber. Aber während in Berlin der Umfrage zufolge das Transportwesen geringfügig billiger ist als in München, sollen hier die Mieten höher sein. „Wir haben Gegenden verglichen, in die Mitarbeiter internationaler Konzerne ziehen würden“, sagt Traber. Denn die Studie sei als Hilfe bei Standortentscheidungen für internationale Unternehmen gedacht, die ihr Personal ins Ausland schicken. Alle deutschen Städte wie auch die übrigen Metropolen aus der Euro-Zone rückten in diesem Jahr auf der Rangliste einen großen Schritt nach vorne, da der starke Euro international die Lebenshaltungskosten verteuert.

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