• Ist die 21-Jährige Berlinerin einem Verbrechen zum Opfer gefallen? - Ihr Auto wurde auf einem Rastplatz gefunden

Berlin : Ist die 21-Jährige Berlinerin einem Verbrechen zum Opfer gefallen? - Ihr Auto wurde auf einem Rastplatz gefunden

Werner Schmidt

Die Polizei in Lübeck rechnet kaum noch damit, die 21-jährige Yvonne Rywoldt lebend zu finden: "Aufgrund der Gesamtumstände gehen die Beamten der Mordkommission Lübeck davon aus, dass die vermisste Berlinerin Opfer eine Straftat geworden ist", sagte der Lübecker Polizeisprecher, Frank-Michael Buchhorn. Die in Altglienicke (Köpenick) lebende Frau ist seit vergangenem Freitag verschwunden. Ihr Auto, ein roter Kadett mit dem Kennzeichen für den Landkreis Heide HEI - JK 67 war nahe dem Motel auf der Autobahnraststätte Gudow abgestellt worden. Von der Frau fehlt seither jede Spur.

Die Verkäuferin bei Karstadt hatte sich am 19. November gegen 17 Uhr von Berlin aus auf den Weg gemacht, um ihre Eltern bei Heide in Holstein zu besuchen. Gegen 21 Uhr meldete sie sich bei ihnen. Sie werde später kommen, kündigte sie an, sie habe Probleme mit ihrem Wagen. Ein Lastwagenfahrer wolle ihr helfen, teilte sie mit. Danach verliert sich jedes Lebenszeichen von Yvonne Rywoldt. Wo sie dieses Gespräch führte, darüber hüllte sich die Lübecker Polizei in Schweigen - aber offenbar telefonierte sie nicht von Gudow aus, wo ihr Wagen gefunden wurde. Denn die Polizei schließt inzwischen nicht aus, dass die Frau zwischen 20.45 Uhr und 21.30 Uhr die Autobahn bei Hagenow/Wittenburg verlassen hat, um möglicherweise mit dem helfenden Lkw-Fahrer eine Werkstatt zu suchen.

Die Überprüfung des Wagens ergab eine frische Beschädigung an der Unterseite, die durch einen zehn Zentimeter breiten Gegenstand verursacht worden sein könnte. Die Polizei bittet Zeugen, die Gegenstände auf der Autobahn A 24 oder in der Umgebung von Wittenburg den roten Kadett bemerkten, sich zu melden. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei in Lübeck unter der Telefonnummer 0451-1310 entgegen.

Dass die Lübecker Polizei an ein Verbrechen an der aus Dithmarschen (Holstein) stammenden Yvonne Rywoldt glaubt, erklären sich die Fahnder mit ihrem Verhalten. Wer gegen 21 Uhr die Eltern anrufe, um eine Verspätung anzukündigen, der lasse auch später wieder von sich hören und lasse die Angehörigen nicht im Zweifel über sein Schicksal, ist die Auffassung der Kripo. Zusammenhänge mit anderen bisher nicht geklärten Morden an Frauen sehen die Ermittler allerdings nicht. So sei der Fall Rywoldt bisher nicht verknüpfbar mit dem Mord an Elke Schmidt 1994. Die Frau war mit ihrem Wagen liegen geblieben und zur Tankstelle Stolpe gelaufen, um Benzin zu besorgen. Im Juni darauf war bei Telschow die Leiche der Frau gefunden worden.

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