Berlin : ITB 2001: Endspurt vor dem Besucher-Ansturm

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Nur zwei Zentimeter über dem Boden darf der Saum des sandfarbenen arabischen Kleids enden - ist er tiefer, stolpert die Trägerin beim Treppensteigen. Und höher - sieht nicht gut aus. Auf dem Stand von Dubai auf der Internationalen Tourismus-Börse nimmt Schneiderin Brigitte Malitzki Maß bei zehn Hostessen. "Im letzten Jahr waren die Kleider etwas weit - ab und zu blieben wir an Tischkanten hängen", erinnert sich Angela Parella, die gerade das Kleid aus leichtem Georgette-Stoff anprobiert. Malitzki steckt ihr mit zwei Sicherheitsnadeln ein Halstuch an.

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Einen Tag vor der ITB-Eröffnung dröhnen noch Hammerschläge durch die Messehallen am Funkturm: Die Aussteller richten ihre Stände ein, stecken im Endspurt. Am Sonnabend um 10 Uhr muss alles fertig sein. Auch bei Brigitte Malitzki muss es schnell gehen: Die Kleider sollen mittags in die Schneiderei, am nächsten Morgen um 8 Uhr liegen sie wieder auf dem Dubai-Stand. Nach der Frage, was sie in der Nacht machen wird, lächelt Brigitte Malitzki nur. Sie werde die Sachen eben um 8 Uhr abgeben. Schon zwei Stunden später kommen die ersten Besucher.

Die Hostessen in Halle 22a werden bis Mittwoch Geschäftsgästen Essen servieren. Ihr Job: helfen, Rat geben, freundlich sein. Besucher bekommen am Dubai-Stand Broschüren, die noch in großen Pappkisten liegen. "Hoffentlich ist alles da", sagt Bettina Müller von der Tourismuszentrale für Dubai. Sie betreut den Stand: lud die Hostessen zur Anprobe ein, organisierte Küchenpersonal und kontrolliert, ob die bestellten Teller und das Besteck kommen. Ständig klingelt das Handy.

Nebenan, am Stand der arabischen Fluglinie "Emirates", wird gehämmert und gebohrt. Arbeiter verschrauben Leisten an den Messeständen, befestigen Dekorationen mit dem Tacker an den Holzbalken. Zwei Stewardessen - jetzt im Dienst auf der ITB - packen graue Pappkisten aus.

Gesäubert wurde gestern auch Saal 1 im ICC, sagt Messe-Sprecher Peter Köppen. Am heute Abend werden hier Wirtschaftsminister Werner Müller und Berlins Bürgermeister Eberhard Diepgen auf der Eröffnungsfeier sprechen. Jan Müller-Seelig, Chef des Messe-Caterings, spricht die Bestellungen mit seinen Kunden ab. "Belegte Brötchen und Suppen, das sind die messeüblichen Mahlzeiten", sagt er. In den 7 Restaurants und an 22 Ständen, berichtet er, werden die Gläser poliert und Salate vorbereitet für den großen Ansturm.

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