Berlin : Jährlich 30 Millionen Euro für Problemkieze

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Derzeit gibt es 17 QuartiersmanagementAreale in Berlin, die vom Senat und aus EU-Mitteln mit jährlich rund 30 Millionen Euro finanziert werden.

Das Konzept der von Quartiersmanagern betreuten Problemkieze wurde 1999 vom damaligen Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) umgesetzt als Reaktion auf den damals veröffentlichten Sozialatlas, der einen Trend zur Verslummung in Berlin registrierte. Die Manager, die meist von freien Trägern kamen, sollten mit den Fördermillionen Spielplätze anlegen, Bäume zu pflanzen oder Kulturveranstaltungen organisieren. So wollte man die Abwanderung von jungen Leuten mit gutem Einkommen verhindern.

Das Konzept ist umstritten . So bemängelte der Berliner Rechnungshof, dass es keine Erfolgskontrolle für die Arbeit der Quartiersmanager gebe. Und laut dem im April 2004 veröffentlichten Sozialstrukturatlas hat sich seit 1999 nur in drei Gebieten die soziale Lage verbessert. Doch in der Mehrheit der so betreuten Kieze verschlechterte sich der Sozialindex – eine statistische Maßeinheit, die sich zum Beispiel aus der Arbeitslosenquote, der Sterblichkeit, dem Bildungsstand und den Einkommensverhältnissen zusammensetzt – sogar überdurchschnittlich schnell. „An dieses Problem nur mit Arbeitslosen- oder Sozialhilfestatistiken heranzugehen, ist ungerecht“, sagt Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer. Denn diese sozialpolitischen Probleme könnten die Quartiersmanager gar nicht lösen.I.B.

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