Jahresrückblick Streiks : Immer wieder hieß es: warten

Mit dem BVG-Streik im Januar konnten sich die Berliner erstaunlich gut arrangieren. Auch für den öffentlichen Dienst kämpfte Verdi – und gewann nicht viel.

Bei der BVG wollte die Gewerkschaft Verdi schon im Januar die Muskeln spielen lassen: Da machte sie ihre Forderung für stolze Gehaltssteigerungen um bis zu zwölf Prozent bekannt und stimmte die Beschäftigten auf den Streik ein. Mehr als dreieinhalb Monate dauerte der Tarifkonflikt. Den Berlinern gelang es überraschend gut, ohne Busse und Bahnen der BVG auszukommen: Sie nutzten vermehrt die S-Bahn, stiegen auf Auto und Fahrrad um oder gingen einfach mal zu Fuß. Besonders erfolgreich war die Gewerkschaft nicht; die Erhöhungen betrugen durchschnittlich 4,6 Prozent.

Noch länger als der Streik bei der BVG zog sich der Arbeitskampf im öffentlichen Dienst hin, der direkt im Anschluss begann. Ab Ende April legten Verdi, die Lehrergewerkschaft GEW und die Polizeigewerkschaft GdP immer wieder bestimmte Bereiche in den Behörden, Polizei, Feuerwehr, Schulen und Kitas lahm. In Ordnungsämtern und den KFZ-Zulassungsstellen waren die Folgen des Arbeitskampfes am gravierendsten. Der Senat zeigte sich lange Zeit hart und wenig verhandlungsbereit. Erst im November kam es zu einem Abschluss – erneut mit einem für die Gewerkschaften nicht besonders zufriedenstellenden Ergebnis. (sik)

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