Berlin : Jahresschlussverkauf

Handel erfreut sich anhaltend hoher Umsätze – da Gutscheine eingelöst werden

Cay Dobberke

Die Zeit der Geschenkkäufe ist vorbei – doch auch nach den Weihnachtstagen strömten gestern viele Kunden in die Geschäfte. In den kommenden Tagen erwarten Händler ebenfalls starken Andrang. Doch dabei spielt der Umtausch ungeliebter Geschenke nur eine Nebenrolle. Früher sei es häufiger vorgekommen, dass Männer Schlipse zurückbrachten oder Frauen Parfüm, sagte Dirk Dzewas von Karstadt am Hermannplatz. „Nun werden die Geschenke bewusster gekauft.“

Dennoch sei das Warenhaus voller Kunden: „Gestern war ein absolut starker Tag.“ Dies liege vor allem daran, dass immer mehr Menschen Gutscheine und Geldgeschenke bekämen. „Der Umtausch hält sich im Rahmen“, stellte auch Armin Devender vom Kaufhof in den Neuköllner Gropius-Passagen fest. Die Umsätze aber blieben auf hohem Niveau. „Dass viele Leute Gutscheine verschenkt haben, sehen wir bei den Spielwaren: Viele Kinder kommen allein und setzen sich an die Playstations, um ein Spiel auszuwählen.“ Die ältere Kundschaft werde durch umfangreiche Preissenkungen bei Textilien angelockt. Weitere Reduzierungen soll es im Januar geben: Alle Warenhäuser wollen den gesetzlich abgeschafften Winterschlussverkauf spätestens am 24. Januar in eigener Regie neu aufleben lassen. In der Buchhandlung Hugendubel an der Tauentzienstraße gab es ebenfalls „keine Entspannung“, sagte Marketingleiter Martin Setzke. Die ersten Tage nach Weihnachten seien „immer eine starke Zeit im Buchhandel“. Außer Umtäuschen und Gutscheinen gebe es dafür eine weitere Erklärung: Viele Kunden hätten abgewartet, ob sie ein bestimmtes Buch geschenkt bekommen. Wenn nicht, kauften sie es sich jetzt eben selbst, so Setzke.

Auch für Einrichtungshäuser und Baumärkte ist die Woche nach Weihnachten seit Jahren eine umsatzstarke Zeit. „Man braucht Ruhe, um sich mit Möbeln und Einrichtungen auseinander zu setzen“, erklärt Klaus Gennrich vom Stilwerk in der Kantstraße. Außerdem sei momentan in der Regel „die Familie greifbar“, um mit auszuwählen. So sah es auch Ikea-Sprecherin Sabine Nold: „Die Leute haben Ferien und mehr Zeit – deshalb sind alle unsere Häuser sehr stark frequentiert.“ Im Obi-Baumarkt in Pankow wurden laut Filialleiter Stephan Rosery „viele Gutscheine eingelöst“.

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