Berlin : Jakob-Kaiser-Haus: Politik in 18 Quadratmetern

C. v. L.

Mit dem rund 720 Millionen Euro teuren Jakob-Kaiser-Haus, ehemals Dorotheenblöcke genannt, wird dem Bundestag nach dem Paul-Löbe-Haus im Spreebogen (Sitz der Bundestagsausschüsse) das zweite große Arbeitsgebäude der Abgeordneten und Fraktionen übergeben. Die Bauarbeiten begannen Februar 1997, die Entwürfe stammen von den Architekten Gerkan, Marg & Partner (Hamburg), Busmann & Haberer (Köln), Schweger & Partner (Hamburg), de Architekten Cie. (Amsterdam) sowie Thomas van den Valentyn (Köln). Senatsbaudirektor Hans Stimmann verlangte die ursprüngliche Parzellenstruktur des alten Dorotheenviertels. Das Parlamentsgebäude soll durch eine "stilistisch wechselvolle und transparente Bauweise" überzeugen. Zum Haus gehören erstmals ein TV-Studio des Parlaments, ein Kasino mit 570 Plätzen, Läden ( u.a. Bank, Friseur, Buchhandlung) und eine Tiefgarage mit 270 Stellflächen. An reinen Büroräumen gibt es 1745, 314 Abgeordnete richten sich im Gebäudekomplex ein. Die Standardbürofläche beträgt 18 Quadratmeter, was heute von den Bundestagsabgeordneten oftmals kritisiert wird, aber auf einen Beschluss des Bundestags von 1992 zurückgeht. Der Raum sollte in Berlin nicht größer sein als in Bonn. Vor zwei Jahren aber wurde in der Rohbauphase beschlossen, jedem Parlamentarier drei anstatt zwei Büros von je 18 Quadratmetern zuzubilligen, was die Planung zusätzlich verzögerte. Ursprünglich sollte der Bau schon 2000 fertig sein, zunächst auch "nur" rund 900 Millionen Mark kosten. Aber es gab etliche technische Pannen. Gleich nach Baubeginn zeigte sich, dass die Festigkeit des Bodens falsch berechnet worden war.

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