Berlin : Je 54 000 Mark an zwölf Obdachloseneinrichtungen übergeben - Dank an die Leser

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Als die Summe ausgesprochen wurde, die auf dem Scheck steht, ging ein Raunen durch die Runde. "Das ist ja Wahnsinn", entfuhr es einer Frau, und dann brandete spontan Beifall auf. Nein, mit 53 899,54 Mark hatte keiner der Vertreter der zwölf Obdachlosen-Einrichtungen gerechnet. Doch die Leser des Tagesspiegels hatten sich wieder "als sehr großzügig erwiesen", wie Verlags-Geschäftsführer Rolf Aschermann bei der Spendenübergabe im Café der Kreuzberger Kirche zum Heiligen Kreuz sagte: rund 650 000 Mark sind zusammengekommen.

Es war ein schöner Termin für alle: für den Verlag, weil er mit der Obdachlosenhilfe eine Tradition weiterführte und, wie Aschermann ausführte, sich erneut "in einer stark im Wandel befindlichen Metropole erheblicher sozialer und menschlicher Probleme" annahm. Für die Redaktion, weil sie die Hilfe ins Rollen bringen konnte. Für die Betroffenen natürlich - aber auch für die Tagesspiegel-Leser. Ihnen zollten alle Vereine großen Dank, schließlich haben erst sie den Erfolg der Aktion möglich gemacht. Klaus-Peter Laschinsky, der als Finanzstadtrat aus Zehlendorf für das Wilhelm-Friedrich-Stift erschienen war, lobte den Tagesspiegel und seine Leser dafür, dass "mitmenschliche Verantwortung übernommen" wurde. Dann waren aber genug der Dankesworte gesprochen, und man setzte sich an die Bistrotische und plauderte. Das Deutsche Rote Kreuz wird nun mit dem türkischen Bund und der türkischen Unternehmervereinigung Erdbebenopfern in Düzce helfen, Arztmobil und Wohnungslosenambulanz der Caritas können Medikamente und Verbandsmaterial kaufen. Das Kirchen-Wohnprojekt Nostitzstraße kann Betten und behindertengerechte Duschen, die Krankenstation Lehrter Straße Kleinbus und Möbel besorgen. Für das Zehlendorfer Stift rückt die Sanierung von Wohnhäusern näher, das Haus Langhans kann Waschmaschine und BVG-Jahreskarte anschaffen. Der Verein Leben Lernen kauft Computer, das Weglaufhaus Kleidung und Möbel. Das Frauenwohnprojekt Schenkendorfstraße und der Verein pro Max können Wohnungen einrichten, die Tee- und Wärmestube Küchenutensilien und Decken kaufen. Die Vereine werden uns gegenüber Rechenschaft ablegen, und wir gegenüber unseren Lesern.

Kerstin Heier und Hilga Bernard von Leben Lernen lief "eine Gänsehaut" vor Freude über den Rücken. Leser brachten Herd und Waschmaschine vorbei - und einem Mann im Weglaufhaus das, was er sich zum Abreagieren wünschte: ein Rudergerät.

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