Berlin : Jede nach ihrer Façon

Eine Messe wie die Fashion Week nur fürs Fachpublikum? Das muss nicht sein. Ein Überblick über Termine für alle Neugierigen.

Regina Lechner

Während der Fashion Week sind die meisten Modenschauen, Messen und Events dem Fachpublikum vorbehalten. Wer keine Einladung hat, muss draußen bleiben. Nicht so bei den folgenden Veranstaltungen, die allen Besuchern offenstehen, meist sogar bei freiem Eintritt.

SHOPPEN AUF DER MODEMESSE

Im letzten Sommer gab es die Messe The Gallery zum ersten Mal. An einem Abend öffnet sie nun wieder ihre Tore für die interessierte Öffentlichkeit. Während dieser „Shopping Night“ kann man auch Einzelteile kaufen. Unter den Ausstellern sind einige Berliner Labels vertreten: Weiman|n mit Mode in großen Größen, 1979 mit Vintage-inspirierter Bademode oder Fortschritt Berlin mit Schals und Stulpen. Eintritt frei (15.1., 17–21 Uhr, Opernwerkstätten, Zinnowitzer Str. 9, Mitte).

FIER VITRINE

Fier Management ist eine PR-Agentur, die Mode-Events wie das Berlin Fashion Film Festival organisiert und zur Fashion Week Nachwuchsdesigner einlädt, ihre Entwürfe in einer gemeinsamen Ausstellung namens „Vitrine“ zu präsentieren. Darunter ist etwa Elise Ballegeer, die in den USA studierte und für Calvin Klein arbeitete, nun aber unter eigenem Namen in Berlin Damenkleidung entwirft. Um 20.30 Uhr wird Isabel Vollrath ihre von der Gothic-Kultur inspirierte Mode in einer Performance inszenieren. Der Eintritt ist frei, man sollte sich aber unter www.fiermanagement.com anmelden (16.1., 18–22 Uhr, The Wye, Skalitzer Str. 86C, Kreuzberg).

MUSIC MEETS FASHION

Musik und Mode gehören zusammen, keine Frage. Im Haus am See wird am Donnerstag beides gleichermaßen zelebriert: Zu einem Programm von Live-Musikern und DJs zeigen acht Modedesigner ihre Entwürfe. Neben Unterwäsche von Lost in Wonderland und Schmuck von Perlensäue sind die Leder-Haute-Couture von Daniel Rodan und die avantgardistische Abschlusskollektion von Nachwuchsstar Thomas Hanisch dabei. Eintritt 5 Euro (16.1., 19–20 Uhr, Mein Haus am See, Brunnenstr. 197/198, Mitte).

BLOGGER BAZAAR

In Hamburg und München war der Blogger Bazaar ein großer Erfolg, nun kommt die Veranstaltung auch nach Berlin. Dabei stellen sich verschiedene Blogger vor und verkaufen Kleidung, Accessoires und Make-up zu günstigen Preisen. Eine gute Gelegenheit, um einmal die Gesichter hinter Blogs wie Les Berlinettes, Hoard of Trends oder Modeschopf persönlich kennenzulernen. Eintritt 5 Euro, dafür gibt es eine Goodie Bag mit vielen Geschenken (14.1., 15–21 Uhr, nhow Hotel, Stralauer Allee 3, Friedrichshain).

SHOPERÖFFNUNG

Das Label Thone Negrón enstand aus einer Kollektion, die Ettina Berrios Negrón für den Laden Konk entwickelte. Sie führte ihn zehn Jahre lang. Seit einem Jahr hat sie sich der Arbeit als Designerin verschrieben. In neuen Räumen verkauft sie nun ihre Büro- und abendtaugliche Damenmode, hochgeschlossen, meist aus schimmernder Seide. Eintritt frei (14.1., 17–21 Uhr, Linienstr. 71, Mitte).

MODE ALS AKTIONSKUNST

Während der Fashion Week haben Modefans und Professionelle aus der Branche einen straffen Zeitplan. Die Kunsthochschule Weißensee lenkt den Blick dagegen auf Erscheinungen, die außerhalb der gewohnten Strukturen stattfinden, etwa spontane Modenschauen, Flashmobs oder Urban Knitting. Der Vortrag von Antonella Giannone, die seit kurzem in Weißensee lehrt, setzt sich auch mit neuen Akteuren wie Modebloggern auseinander. Eintritt frei (15.1., 17 Uhr, Aula der Kunsthochschule Weißensee, Bührungstr. 20, Weißensee).

OFFENE MODESCHULE

Wer sich selbst für ein Modestudium interessiert, kann die Ateliers der privaten Berufsakademie Best Sabel besichtigen und sich vor Ort über die Ausbildung informieren. Zu sehen gibt es die Ergebnisse von Workshops und Projekten, einige Dozenten stehen für Gespräche zur Verfügung. Eintritt frei (14.1., 10–18 Uhr, Best Sabel Berufsakademie, Lindenstr. 42, Köpenick).

BIOMIMETICS

Im März 2013 begann ein Austausch zwischen der Esmod Berlin und dem Shenkar College in Tel Aviv. Modestudenten beider Schulen erarbeiteten Entwürfe zu einem gemeinsamen Thema: „Biomimetics“, also die Nachahmung der Natur, die sie mal ganz deutlich, mal abstrahiert zum Ausdruck brachten. Eine Jury wählte die 15 besten Ideen aus, die die Studenten als Einzelstücke umsetzten. Die Ergebnisse zeigt eine Ausstellung in der Kunstbibliothek. Eintritt ist frei, für die Vernissage wird um Anmeldung an show@esmod.de gebeten (Vernissage am 13.1., 16.30–18.30 Uhr, Ausstellung 14./15./17.1., 10–18 Uhr, 16.1. 10–20 Uhr, 18.1. 10–16 Uhr, Kunstbibliothek, Matthäikirchplatz 6, Tiergarten).

DES KUPFERS NEUE KLEIDER

Drähte sind ein Bestandteil der modernen Kommunikation, verbinden sie doch Telefone und Computer. Die Künstlerin Joanna Skurska verwendet Kupferdrähte, um daraus filigrane Kleider zu weben – nicht gerade tragbar, sondern eher Kunstobjekte, die die kommunikativen Zwänge der heutigen Zeit versinnbildlichen sollen. Das Museum für Kommunikation zeigt ihre filigranen Werke sowie Fotografien von Michael Gutsche. Eintritt 4, erm. 2 Euro (17.1.–30.3., Di 9–20 Uhr, Mi–Fr 9–17 Uhr, Sa/So 10–18 Uhr, Leipziger Str. 16, Mitte).

SLEAZE MAGAZIN PARTY

Das Ende der Fashion Week feiert das Berliner Lifestyle-Magazin Sleaze mit einer Party, die sich ganz und gar dem Hip-Hop verschreibt. Fachleute für Klassiker aus den 90ern sind die DJs Marc Hype, Flipstarr und Jah Fish, die sich die Plattennadel in die Hand geben werden. Der Eintritt ist frei, wenn man sich auf der Website www.sleazemag.de anmeldet (17.1., ab 23 Uhr, Cookies, Friedrichstr. 158–164, Mitte). Regina Lechner

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