Berlin : Jeder hat vier Kreuze

Zwei Stimmzettel gibt es zur Abgeordnetenhauswahl, einen für die BVV-Wahlen und einen für die Abstimmung zum Volksbegehren

Ulrich Zawatka-Gerlach

Bei der Wahl am Sonntag werden jedem Wähler vier Stimmzettel in die Hand gedrückt. Und in Lichtenberg sogar fünf, weil dort auch in einem Bürgerentscheid über die Zukunft des Coppi-Gymnasiums abgestimmt wird. Für die Abgeordnetenhauswahl gibt es zwei Stimmzettel (für Erst- und Zweitstimme), für die Bezirksverordnetenversammlung einen. Außerdem findet eine Volksabstimmung zur Änderung der Verfassung statt, um die Volksbegehren neu zu regeln.

Mit der Erststimme (grauer Stimmzettel) werden die Wahlkreiskandidaten gewählt. Für jeden der 78 Berliner Wahlkreise musste also ein besonderer Stimmzettel gedruckt werden. Einige sind kurz, andere länger: Je nachdem, wie viele Partei- und Einzelkandidaten sich um das jeweilige Direktmandat bewerben.

Mit der Zweitstimme (blauer Stimmzettel) wird die Bezirks- oder Landesliste einer Partei gewählt. Die Zweitstimme entscheidet über die Anzahl der Sitze einer Partei im Abgeordnetenhaus, also über das künftige politische Kräfteverhältnis im Berliner Parlament.

Weil SPD, CDU und FDP mit Bezirkslisten antreten, gibt es für jeden der zwölf Bezirke einen eigenen Stimmzettel, mit unterschiedlichen Kandidaten dieser drei Parteien. Was zum Beispiel dazu führt, dass die Spitzenkandidaten von SPD, CDU und FDP nur in Charlottenburg (Klaus Wowereit), Neukölln (Friedbert Pflüger) und Steglitz-Zehlendorf (Martin Lindner) auf dem Stimmzettel stehen. Die übrigen 25 Parteien treten mit einheitlichen Landeslisten an.

Mit der dritten Stimme können die Wähler ihre Stimme jener Partei geben, die sie in der Bezirksverordnetenversammlung vertreten soll (orangeroter Stimmzettel). In den zwölf Bezirken tritt ein bunter Mix aus insgesamt 28 Parteien und Wählergemeinschaften an.

Wer sich seine Stimmzettel angucken will, kann dies im Internet („Stimmzettel“ anklicken) tun unter www.statistik-berlin.de/wahlen. Die Info-Telefonnummer des Landeswahlleiters lautet: 9021-2631.

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar