Berlin : Jedes dritte Kind lebt von Hartz IV

Berliner Familien werden immer ärmer

-

Knapp ein Drittel der Kinder und Jugendlichen in Berlin ist von Unterstützungen nach Hartz IV abhängig. Dies geht aus einer Antwort von Bildungssenator Klaus Böger (SPD) auf eine Kleine Anfrage der PDS-Abgeordneten Margrit Barth hervor. Die Kinder und Jugendlichen leben also in Haushalten, in denen die Eltern aufgrund langer Erwerbslosigkeit Leistungen nach dem Arbeitslosengeld (ALG) II beziehen. In anderen Fällen verdienen aber auch die Eltern so wenig, dass sie zusätzlich zu ihrem Einkommen ergänzende Unterstützung nach Hartz IV erhalten. Auch sind Jugendliche selber nach Abschluss der Schule als arbeitslos gemeldet und erhalten somit eigenes Arbeitslosengeld II, da sie keinen Ausbildungsplatz finden. Besonders groß ist der Anteil der Empfänger von Hartz-IV-Leistungen bei Kindern unter acht Jahren, hier liegt er bei 35,6 Prozent. Mit zunehmendem Alter nimmt er ab. Zwischen acht und 14 Jahren beträgt er 30,2 Prozent, und bei den Jugendlichen von 14 bis 18 Jahren sind 23,5 Prozent betroffen – also ein knappes Viertel.

Über dem Berliner Durchschnitt liegen die Zahlen in den Innenstadtbezirken Mitte, Kreuzberg-Friedrichshain, Neukölln sowie in Marzahn-Hellersdorf. In Charlottenburg-Wilmersdorf, Steglitz-Zehlendorf und Treptow-Köpenick leben im Berliner Vergleich weniger Kinder in von Arbeitslosigkeit betroffenen Haushalten. Bereits vor zwei Wochen hatte Bildungssenator Klaus Böger bei der Vorstellung des Familienberichts des Senats auf die starken sozialen Schwierigkeiten vieler Berliner Familien hingewiesen. Besonders aufgrund der hohen Arbeitslosigkeit in der Stadt ist in den vergangenen Jahren der Anteil der Familien, die nach offizieller Definition als arm gelten und weniger als 60 Prozent des nationalen Durchschnittseinkommens zur Verfügung haben, immer weiter gestiegen. Nach Angaben der Jugendverwaltung leben rund 37 Prozent der Familien mit Kindern in Armut; zehn Jahre zuvor lag der Anteil noch bei 33 Prozent. sik

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben