Berlin : Jenseits von Casablanca: Marokkos Botschafter verlässt Berlin

Foto: Mike Wolff
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„Diese Stadt hat einen gewissen Spirit, ich habe hier gerne gelebt und gearbeitet. Berlin ändert sich jeden Monat. Als ich hier 2005 ankam, war rund um unsere Botschaft nichts“, erzählt Rachad Bouhlal in der Botschaft Marokkos in der Niederwallstraße, unweit des Auswärtigen Amtes. Jetzt verlässt er Ende des Monats Berlin und geht als Botschafter seines Landes nach Washington. Er hat in Berlin und Deutschland deutliche Spuren hinterlassen. Vier Monate nach seiner Ankunft eröffnete er das Kulturzentrum in der marokkanischen Botschaft in der Niederwallstraße in Mitte, wo seitdem fast monatlich Ausstellungen, Konzerte, Lesungen stattfinden. Es ist die einzige arabische Botschaft in Berlin mit solch einer regelmäßigen Kulturarbeit. „Ich bin überzeugt, dass Kultur eine sehr wichtige Rolle in der Diplomatie spielt“, sagt Rachad Bouhlal. Er ist ein Brückenbauer: „Mein Ziel war es damals, Marokko auf die Agenda der Deutschen zu setzen, das ist mir gelungen.“ Dafür hat ihm Bundespräsident Christian Wulff am 6. September das Große Verdienstkreuz verliehen. 2007 sorgte Bouhlal dafür, dass seine Residenz, in der einst General Lucius D. Clay gewohnt hatte, in das Berliner Gedenktafelprogramm aufgenommen wurde. „Ich gebe niemals auf“, sagt er. So hat er auch hart gearbeitet, bis 2010 endlich die erste Direktverbindung Berlin – Casablanca mit der Royal Air Maroc ihren Betrieb aufnahm. Bleibt noch das Projekt einer deutsch-marokkanischen Universität, das gerade angestoßen wurde. „Meine Projekte werde ich auch aus der Ferne begleiten.“ R.B.

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