Berlin : Jetzt alle zusammen: Das Chorfest

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4Dietrich Schmidt ist noch ganz gerührt. Eben hat er den koreanischen Männerchor dirigieren dürfen, als Dank dafür, das Ensemble zum Chorfest nach Berlin geholt zu haben. Der ehemalige Lehrer an der deutschen Schule in Tokio ist sich sicher: „Durch Musik und Kontakte zwischen Chören können Spannungen zwischen Ländern verhindert werden.“ Auch Karin Kochem, Betreuerin des Kinder und Jugendchores „Frischer Wind“ aus Hessen, findet das Chorfest umwerfend: „Diese ganze Atmosphäre, die leichte Stimmung, das Prickeln im Bauch vor dem Auftritt und und die Entspannung, wenn die Stimmen ertönen, ich finde das phantastisch.“ Im Publikum sitzen die Jungen und Mädchen von der Kreismusikschule Müritz. In 40 Minuten treten sie auf. „Ich bin etwas aufgeregt“, gesteht Claudia Busse. Die Gruppe ist eigens nach Berlin gereist und war schon auf vielen Konzerten. „Wir sind etwas k.o.“, meint Theresa Günther.

Das 20. Chorfest führt bis Sonntagabend 30 000 Sänger aus 17 Ländern zu rund 900 musikalischen Auftritten zusammen. Das Musikspektrum reicht von Volksliedern zu altbarocken Chören. Unter den Linden reihen sich 26 Bühnen zu einer Chormeile aneinander. Gudrun Scherrer vom deutschen Sängerbund freut sich besonders, dass dieses Mal Berlin Gastgeber ist. „Wir wollten schon 1993 das Fest in der neuen Bundeshauptstadt ausrichten, aber damals war einfach noch viel zu viel im Bau.“ Ihr Kollege Albrecht Gareis findet vor allem den Austausch während des Festes sehr wichtig. „ Es ist wie eine Riesenbörse für Informationsaustausch. Man lernt immer neue Musikrichtungen kennen.“ Andere kommen aus Tradition, wie Emil Lein aus Münchweiler in der Pfalz. Seit 50 Jahren ist er schon in seinem Männergesangsverein. „Singen ist die Hauptsache“, sagt er. Und das tut er auch – mit 1500 anderen auf dem Gendarmenmarkt. cof

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