Berlin : Jetzt entscheidet der Senat über Mauer am Nordbahnhof

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Der Senat will einen 90 Meter langen, denkmalgeschützten Mauerstreifen am Nordbahnhof erhalten, indem er dem Bezirksamt Mitte den Bebauungsplan aus der Hand nimmt. „Wir ziehen das Verfahren an uns“, sagte der zuständige Referatsleiter in der Kulturverwaltung, Rainer Klemke, gestern dem Tagesspiegel. Eine Senatsvorlage „zur Sicherung der Liegenschaften“ rund um die Mauergedenkstätte an der Bernauer Straße sei jetzt „auf den Weg gebracht worden“.

Anfang Juli hatte es Streit gegeben, als die Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Mitte beschloss, die Hinterlandmauer abzureißen und auf der großen Ödfläche einen Sportplatz anzulegen. Dies steht aber dem Konzept entgegen, die Bernauer Straße zur zentralen Stätte des Gedenkens an die Berliner Mauer auszubauen. Auf dieses Konzept hatten sich der Senat, auch der Bezirk Mitte, Historiker und Bundespolitiker geeinigt. Nun sollen mit einem Senatsbeschluss Fakten geschaffen werden. Dabei ziehen, wie die SPDKulturexpertin Brigitte Lange während einer Gedenkstätten-Rundfahrt ihrer Fraktion am Montag bestätigte, Kultursenator Thomas Flierl (PDS) und Stadtentwicklungssenatorin Ingeborg Junge-Reyer (SPD) an einem Strang.

Der Bebauungsplanentwurf, der vom Senat beschlossen werden soll, befasst sich mit dem gesamten Areal zwischen Mauerpark und Gartenstraße und den dafür benötigten Liegenschaften. Kernbereich ist die Gedenkstätte Bernauer Straße, die ergänzt werden soll durch eine „Erinnerungslandschaft“ und den ehemaligen Grenzpostenweg, der mit Informationstafeln beschildert werden soll. Zu diesem Areal gehört auch die gut erhaltene Hinterlandmauer, die nach dem Willen des Bezirksbürgermeisters Joachim Zeller (CDU), unterstützt von den Grünen in der BVV Mitte, zugunsten des lange geplanten Sportplatzes abgerissen werden soll. za

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