Berlin : Jetzt ist Platz für drei Präsidenten

Adlon bietet in der neuen 240-Quadratmeter-Suite Pomp, Technik und Sicherheit

-

Mal schimmert es gülden, dann wieder plüschig-dunkelrot und schwer. Im ersten Moment denkt der Besucher ans Interieur von Herrenhäusern oder Schlössern, die im Monde liegen oder in Sanssouci stehen, dann aber rät die Zimmerflucht zu näherer Betrachtung des Details, und siehe: Es gibt viel zu entdecken in der neuesten Errungenschaft des Hotels Adlon. Gestern öffnete sie sich der erstaunten Öffentlichkeit, bald kommen die ersten Gäste ins Zimmer 480 – das ist der schwer bewachte Eingang in die „nicht nur luxuriöseste, sondern auch sicherste Hotelsuite Deutschlands“, wie es Direktor Thomas Klippstein formuliert. „Hier vereinen sich höchste Eleganz mit größtem Komfort“, und dies alles in Abstimmung mit Bundes- und Landeskriminalamt, geeignet für Menschen, die von der Sicherheitsstufe 1 umhüllt sind, oder einfach nur für Stars, die ihre Ruhe haben und dafür 20 000 Euro zahlen wollen.

Die neue Präsidentensuite – die dritte im Adlon – liegt im vierten Stock in der Südseite, also zur Behrenstraße hin. Man blickt aus schusssicherem Glas über das Holocaust-Mahnmal zum Potsdamer Platz. 39 Hotelzimmer wurden zehn Monate lang zu 15 exklusiven Suiten umgebaut, Krönung ist die vier Millionen Euro teure Präsidentensuite mit fünf Räumen und 240 Quadratmetern Luxus pur. 40 Quadratmeter groß ist das Wohnzimmer, in dem um den Kamin eine schwergewichtige Sessellandschaft gruppiert ist, es folgen Arbeits-, Konferenz- und Schlafzimmer, ferner eine Damenlounge mit Himmelbett, ein 30 Quadratmeter großes Bad, Sauna und Fitnessbereich. Die Einrichtung wirkt, im Gegensatz zu den anderen modernen Suiten, ein wenig pompös, die Designerin Anna Maria Jagdfeld spricht von „europäischem Stil mit asiatischen Akzenten“. Die Liebe zum Detail geht so weit, dass sie die KPM-Teller und -Tassen mit den zarten Vögel-und-Blüten-Dekors der Wandbespannung aus bemalter Seide versehen hat, die Innenarchitektin mischte ihre eigenen Entwürfe mit barocken Konsolen und Leuchtern, Stuckleisten, Sesseln, Bildern und Teppichen aus verschiedenen Epochen europäischer Kunst. Hinter einer Antik-Bücherwand versteckt sich der Safe – Flachbildschirme und Handys vertreten die Gegenwart im antiken Luxushaus. Lo.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben