Berlin : Jetzt reinhauen

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VON TAG ZU TAG

Bernd Matthies begrüßt einen neuen Fan der blauweißen Hertha

Woran erkennen wir, dass es jetzt wirklich Ernst wird im Abstiegsstrudel der Fußball-Bundesliga? Hertha BSC gewinnt neue Mitglieder – lokalpatriotische Gutmenschen, die glauben, es reiche schon ihr Name, um einen Ruck durch die ganze Mannschaft zu senden. „Max Schmidt ist jetzt Mitglied!“, sagt dann beispielsweise Fredi Bobic enthusiastisch, „für den muss ich jetzt unbedingt mal einen reinhauen.“

Doch klappt das wirklich? Klaus Wowereit ist kürzlich beigetreten, doch das scheint die müden Kicker eher noch ein Stück runtergerissen zu haben. Neuestes und prominentestes Mitglied ist Otto Schily, eigentlich bekennender Unterhaching-Fan. Als Ehrenmitglied muss er nicht einmal ein paar Euro Beitrag in Herthas klamme Vereinskasse zahlen.

Nun, Schily hat ganz andere Möglichkeiten. Er kann, wenn er seine Zuwendung zu Hertha ernst meint, kleine Lauschangriffe auf die Taktik-Konferenzen des Gegners anordnen, kann missliebige Schiris durch schmutzige Geheimdienst-Tricks für ein paar Tage lahm legen oder ein paar Elite-Polizisten mit Schock-Blend-Granaten zur Verstärkung der brüchigen Abwehrmauer der Herthaner an den Strafraum entsenden. Doch Tore schießen müssen immer noch die Fußballer, und das fällt ihnen nach wie vor schwer.

Die Gretchenfrage an Otto Schily lautet also: Was, wenn Hertha dennoch absteigt? Sich in der Zweiten Liga zum Duell mit Unterhaching einfindet? Austritt zum Quartalsende? Warten wir es in Ruhe ab. Denn für den endgültigen Untergang der Hertha gibt es ein untrügliches Anzeichen: Gerhard Schröder wird Mitglied. Und davon ist bisher noch keine Rede, nicht wahr?

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