Berlin : Jetzt saniert die BVG die U-Bahn im Westen

Baustellen im Untergrund: Sind die Arbeiten am Gleisdreieck fertig, werden vier andere Strecken gesperrt – bis zu drei Monate lang

André Görke

Die schöne Nachricht zuerst: Wenn es so warm bleibt, dann sind die Bauarbeiter am Gleisdreieck bald fertig, in sechs, sieben Wochen vielleicht – auf alle Fälle „im März“, heißt es bei der BVG. Dann fährt die U-Bahnlinie 2 wieder durch.

Die weniger schöne Nachricht lautet: Die BVG baut anschließend an ihrem U-Bahnnetz weiter – und zwar massiv. „Wir haben auf vielen Abschnitten seit 50 Jahren fast nichts gemacht“, sagt ein BVG- Sprecher, „das Maximum der Lebenszeit haben wir dort langsam erreicht.“

Zunächst wird die U 6 im Norden Berlins – zwischen Alt-Tegel und Kurt-Schumacher-Platz – im April gesperrt. Nach den Sommerferien, ab 30. Juli, wird auf der U 9 gebaut. Für drei Monate fährt zwischen Westhafen und Osloer Straße kein Zug mehr. Jeweils eine Woche – beginnend jeweils am 23. Juli und am 29. Oktober – fährt auch keine U-Bahn auf der Linie 9 zwischen Bahnhof Zoologischer Garten und Leopoldplatz.

„Die Baumaßnahmen sind extrem ärgerlich“, sagt Jens Wieseke, Vorstandsmitglied des Fahrgastverbandes IGEB, „aber sie sind leider nicht zu verhindern.“ Glücklicherweise sei weder die U 6 noch die U 9 eine „Touristenlinie“, wie es etwa die U 2 ist. Dennoch müsse die BVG gewährleisten, dass die Fahrgäste im Schienenersatzverkehr zügig vorankommen und auch Auskunftspersonal „mit gewissen Fremdsprachenkenntnissen“ bereitgestellt werde. Für das Informationsdefizit auf der U 2 hatte die BVG viel Kritik einstecken müssen.

Das U-Bahnnetz in Berlin hat vor ziemlich genau fünf Jahren sein 100-jähriges Bestehen gefeiert. Die in diesem Jahr zu sanierenden Strecken wurden erst in den Sechzigern gebaut. Gleise, Schotter und Weichen werden auf der U 9 ausgetauscht; auf der U 6 sind die Gleise leicht abgesackt. Der Damm wird stabilisiert.

Nach dem Mauerfall habe man zuerst die maroden U-Bahnlinien im Ostteil der Stadt saniert und geschlossene Strecken wiedereröffnet, sagte ein BVG-Sprecher. Das sei damals dringend notwendig gewesen, jetzt sei der Westteil dran. Über die Gesamtinvestionen im Jahr 2007 konnte er keine Angaben machen.

Mit den Vollsperrungen will die BVG keine Zeit verlieren. Würden die Bahnen pendeln, würden die Bauarbeiten länger dauern. Außerdem habe die BVG darauf geachtet, dass die Großbaustellen nicht zeitgleich eingerichtet werden. Zwei weitere Abschnitte sind in diesem Jahr zudem für vier Wochen wegen Bauarbeiten voll gesperrt: im Mai die U-Bahnlinie 2 zwischen Schönhauser Allee und Rosa-Luxemburg-Platz. Und im November die Linie 1 zwischen Nollendorfplatz und Kurfürstenstraße.

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