• Jetzt schimmelt es im Rohbau der Akademie der Künste Neuer Ärger um das Haus am Pariser Platz – Arbeiter ziehen ab

Berlin : Jetzt schimmelt es im Rohbau der Akademie der Künste Neuer Ärger um das Haus am Pariser Platz – Arbeiter ziehen ab

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Die Archivkeller im Rohbau der Akademie der Künste sind nach Auskunft der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung wegen fehlender Lüftung von Schimmelpilzen befallen. Man habe das Problem „im Griff“, heißt es zwar. Für die Akademie der Künste aber ist „der Sinn des Neubaus in Frage gestellt“, wenn die Unterbringung der Archivbestände nicht möglich sei. Der Akademiesprecher Manfred Mayer verweist auf ein Schreiben der Baufirma Pegel & Sohn an die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Darin ist davon die Rede, dass die von drückendem Grundwasser umgebenen Räume in zwölf Meter Tiefe für Archive nicht geeignet sind. Mayer forderte die Senatsverwaltungen für Stadtentwicklung und Kultur zu „unverzüglichen Stellungnahmen“ auf. Am Standort Pariser Platz halte die Akademie aber fest, betonte er.

Damit eskaliert der Ärger um das Haus: Pegel & Sohn räumt gerade die Baustelle, weil sie vergebens auf eine Landesbürgschaft von 22 Millionen Euro hofften. Das Unternehmen erbat die Bürgschaft „wegen Vorleistungen“. Es hat den Generalunternehmervertrag gekündigt. Die Senatsbehörde hält den Baustopp für unrechtmäßig. Die Objektgesellschaft Lindo, an der die Finanzverwaltung beteiligt ist, habe als Bauherr Pegel & Sohn eine Bürgschaft von neun Millionen Euro angeboten. Die Baufirma will kein Angebot erhalten haben. Sollte es bis Montag keine gemeinsame Besichtigung der Baustelle geben, betrachtet die Firma das Bauwerk als „abgenommen“. Bausenator Peter Strieder (SPD) betont, dass seine Verwaltung nur mit der Bauherrengesellschaft Lindo Verhandlungen führt. „Lindo ist der Bauherr, nicht die Senatsverwaltung.“ Erst im April hatte Strieder fünf Millionen Euro bewilligt, um die Stilllegung der Baustelle zu verhindern. Dem Vernehmen nach ist man nicht unglücklich darüber, dass der Rohbau geräumt wird. Es werde danach „zügig weitergehen“, heißt es. Die Baufirma sei in der Behörde wegen ihrer Mehrforderungen in Misskredit geraten.

„Das ist immer noch alte WestBerliner Mentalität“, sagt ein hoher Verwaltungsangestellter.C. v. L./sib

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