Berlin : Jetzt soll Panzerglas die BVG-Fahrer schützen

Verkehrsbetrieb reagiert auf zunehmende Zahl von Angriffen auf das Personal / Neue Spur bei Anschlagsserie: Lübecker Bande soll Berliner Busse beschossen haben

Mit Panzerglasscheiben will die BVG jetzt die Linienbusse ausstatten, um ihre Fahrer besser vor Übergriffen zu schützen. Die zwischen Eingangs- und Fahrerbereich eingebauten Scheiben können bei Bedarf vom Fahrer hochgefahren werden, sagte die BVG-Sprecherin Barbara Mansfield. In Paris sind die Busse damit schon seit längerem ausgerüstet. „Die bruchsicheren Scheiben sollen probehalber in vier Bussen eingesetzt werden, erste Test-Ergebnisse könnten schon nach drei Monaten vorliegen“, sagte der Vorsitzende des BVG-Gesamtpersonalrats, Uwe Nitzgen. Wenn sich das System bewährt, sollen alle Linien zukünftig mit dem Sicherheitsglas ausgestattet werden.

Neue Spuren gibt es auch bei der Serie von Anschlägen gegen Busse. Wie jetzt bekannt wurde, hat die Polizei in Schleswig-Holstein bereits im Sommer vier junge Männer festgenommen, die im Lübecker Raum mit Stahlkugeln auf Busse, Boote und Schaufenster geschossen haben sollen. Eine Überwachungskamera hatte Mitglieder der Bande bei einer Tat aufgezeichnet. „Die starken Übereinstimmungen mit den Berliner Anschlägen im Juli machen sie äußerst verdächtig“, sagt ein Polizeisprecher. Die Gruppe – der Jüngste ist 19 Jahre alt, der Älteste Ende 30 – war damals zur Love Parade nach Berlin gekommen, streitet aber ab, etwas mit den damaligen Anschlägen im Süden der Stadt zu tun zu haben.

„Derzeit mangelt es uns noch an Beweisen“, heißt es bei der Berliner Polizei. Die Serie von Angriffen auf öffentliche Verkehrsmittel ist, wie berichtet, auch am vergangenen Wochenende nicht abgerissen. Durch einen Steinwurf auf eine U-Bahn im Bahnhof Kottbusser Tor war in der Nacht zum Samstag ein 20-jähriger spanischer Tourist verletzt worden. Der Mann erlitt eine Platzwunde und musste ins Krankenhaus. Eine Zeugin sagte aus, dass es sich bei den Tätern um vier bis fünf Jugendlichen gehandelt habe. Außerdem wurden Steine auf zwei Busse geworfen. Von den Tätern fehlt jede Spur. Insgesamt gab es in diesem Jahr bereits 22 Anschläge auf Busse und Bahnen. kf

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