Joachim Lenz : Neuer Chef der Stadtmission: Ja, er will

„Bist du bereit, dieses Amt zu übernehmen“, fragt Landesbischof Markus Dröge, „so bezeuge dies mit einem Ja.“ Dann gibt der 54-Jährige die Antwort.

Carmen Gräf
Die Zentrale der Stadtmission am Hauptbahnhof in Berlin-Moabit.
Die Zentrale der Stadtmission am Hauptbahnhof in Berlin-Moabit.Foto: Doris Spiekermann-Klaas

Dies ist kein Job wie jeder andere, sondern eher so etwas wie eine Lebensaufgabe. Das wird gleich zu Beginn des Gottesdienstes klar, im Festzelt vorm Zentrum der Berliner Stadtmission.
„Bist du bereit, dieses Amt zu übernehmen“, fragt Landesbischof Markus Dröge, „so bezeuge dies mit einem Ja.“

Auch die anwesenden Mitarbeiter der Berliner Stadtmission werden gefragt, ob sie bereit sind, Joachim Lenz anzunehmen und ihn zu unterstützen. Und natürlich wollen sie, denn der 54-Jährige aus Wuppertal scheint gut geeignet zu sein für diesen Dienst. Er wirkt robust und unerschütterlich, kommt gut mit Menschen klar, war Gemeindepfarrer in der Stadt und auf dem Land und zuletzt Kirchentagspastor in Fulda.
Nun ist er Chef von rund einem Dutzend Unternehmensverbänden und einer Vielzahl von Projekten, von Tagesstätten für Wohnungslose über Heime für Senioren und Flüchtlinge bis hin zu Beratungsstellen für Straffällige und Hospizen. Lenz sagt, er habe keinen „theoretischen Masterplan“, sondern wolle Hans-Georg Filkers Arbeit, der die Berliner Stadtmission 25 Jahre lang leitete, im Großen und Ganzen fortsetzen. „Gott hat eine Schwäche für Schwache, für Hilfsbedürftige und Gestrandete“, fügt er hinzu. „Als Christ weiß ich: Da mitzuhelfen ist einfach sinnvoll und gut.“

Joachim Lenz, der neue Stadtmissionsdirektor in Berlin.
Joachim Lenz, der neue Stadtmissionsdirektor in Berlin.Foto: promo

Außerdem sei er ja kein Einzelkämpfer, sondern ein Teamplayer unter 850 Hauptamtlichen und über 1000 ehrenamtlichen Mitarbeitern. Constanze Ehrich verwaltet die Immobilien der Berliner Stadtmission und sagt, sie sei froh, an allen Ecken und Enden helfen zu können. Jörg Köttig hilft seit sieben Jahren unter anderem in der Notübernachtung, deshalb nennen sie ihn hier Betten-Jörg. Joachim Lenz hat sich das angeschaut und war vor ein paar Wochen mit dem Kältebus unterwegs. Allein in Berlin gibt es schätzungsweise 4000 Wohnungslose, aber nur 500 Schlafplätze. Seit ein paar Monaten betreibt die Stadtmission eine Notunterkunft für Flüchtlinge und in Gesprächen mit dem Senat will Lenz überlegen, wie man weitere Unterkünfte schaffen könnte. Gemeinsam mit seinen Mitarbeitern wolle er Hoffnung in die Stadt tragen und Gottes Werk fröhlich vorantreiben, sagt Lenz in seiner Predigt. Er und die Stadtmission sind nun verheiratet - und die Chancen stehen nicht schlecht, dass es eine gute Ehe wird.

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Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten Bilder aus dem hippen/dreckigen/juten, alten Neukölln (je nach Alter und Herkunft).Und stellen zwei knifflige Fragen: In welchem Ortsteil steht das Karstadt am Neuköllner Hermannplatz? Genau, in Kreuzberg (der Bürgersteig ist die Grenze, das überragende Dach gehört zu Neukölln). Und wer sind die beiden Figuren in der Mitte? Das "tanzende Pärchen" steht dort seit den 80ern, erschaffen wurde es von Joachim Schmettau und drehte sich früher sogar mal. Moment: Joachim Schmettau ... Schmettau? Ja, genau, das ist auch der Mann vom markanten Wasserklops am Europa-Center.Weitere Bilder anzeigen
1 von 96Foto: Kitty Kleist-Heinrich
14.01.2016 08:38Neukölln, Ortsteil Neukölln. Große Güte, was sollen wir denn noch schreiben über Neukölln? Ach, zeigen wir lieber die besten...
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