Berlin : Job-Fernsehen expandiert in weitere Länder

Tanja Kewes

Berlin - Der Jobchannel Berlin-Brandenburg soll in weiteren Bundesländern ausgestrahlt werden. „Wir führen Gespräche mit den Regierungen von Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, um unsere Such-Technologie dort einzusetzen“, sagte Dirk van Hahnrath, Geschäftsführer von Jobchannel. Aus der sächsischen Staatskanzlei hieß es, dass derzeit geprüft werde, ob das TV-Format über den MDR ausgestrahlt werden kann.

Im Oktober war Jobchannel als Pilotprojekt des Berliner Senats, mitfinanziert von der Telekom, gestartet. Ziel war es, mit Hilfe einer neuen Technologie Fernsehen, Internet und Call-Center zu verknüpfen und so die Jobsuche und -vermittlung zu vereinfachen. Insgesamt 850 freie Stellen akquirierte das fünfköpfige Team von van Hahnrath seitdem – größtenteils bei Unternehmen der Region wie Berlin-Chemie oder Bäcker Wiedemann, aber auch bei Firmen, die neu in die Region gekommen sind wie Walter- Tele-Medien. Zudem wurden Unternehmen, die kontinuierlich und in größerem Umfang einstellen, in drei Sendungen im FAB-Fernsehen porträtiert.

Allerdings zeigte sich, dass die Firmen zwar durchaus den positiven Imagetransfer und die Hilfe bei der Suche schätzten, sich aber zurückhielten, wenn es darum ging, nach der Pilotphase für die TV-Beiträge 5000 Euro zu zahlen. Ein Grund hierfür war auch die geringe Reichweite des FAB-Fernsehens. Eine Zusammenarbeit mit dem RBB war nicht zustande gekommen. Deshalb setzt van Hahnrath jetzt auf Sachsen und den MDR. Aber auch in Berlin investiert er weiter. Derzeit entsteht im Studio an der Budapester Straße die April-Sendung, in der es um Jobs bei Solaris und den Berliner Wasserbetrieben gehen soll.

Bei der Bundesanstalt für Arbeit wird der Jobchannel nicht als Konkurrenz gesehen. Im Gegenteil: „Es ist ein zusätzliches Forum, das Arbeitssuchende und Arbeitgeber zusammenführt“, sagt Reimund Ruegenberg von der Regionaldirektion Berlin-Brandenburg. Eine Zusammenarbeit oder ein eigenes TV-Angebot sei aber nicht geplant.

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