Berlin : Job-Ticket

Ariane Bemmer

über Zukunftschancen an der Bushaltestelle Der Druck auf die Arbeitslosen wächst. Sie müssen in schnellster Zeit einen neuen Job haben, sonst gibt es nur noch Sozialhilfe, sie müssen ihre Lebensversicherungen und ihre Autos verkaufen und womöglich in kleinere billigere Wohnungen umziehen. Das alles ist noch nicht halb verdaut, da kommt schon der nächste Schlag: Ab Dienstag dürfen Arbeitslose in Berlin nicht mal mehr in Ruhe auf den Bus warten. Dann wird nämlich ein neuer so genannter Service vorgestellt: Die elektronische Jobbörse – per Computer an Bus- und Tramstationen. Die Arbeitslosen können so die bisher müßige Zeit an der Haltestelle dafür nutzen, mit eiligen Fingern durch die Arbeitsangebotsseite der Bundesagentur für Arbeit zu klicken und womöglich gleich per Handy (oder muss man das als Arbeitsloser abgeben?) einen Vorstellungstermin verabreden. Am Ende liegt die vakante Stelle auf dem Weg nach Hause, so dass man sofort mal Hallo sagen kann – was sich so alles sparen lässt!

Erdacht wurde das von der Firma Wall AG, die bereits jede Menge Informationselektronik an den BVG-Stationen unterhält, und präsentiert wird es vom PDS-Senator Harald Wolf. Er kann eine besonders schnelle Verlinkung auf die Jobangebotsseiten ankündigen, wozu nur Böswillige sagen, Eile sei nicht nötig in Zeiten, da die BVG ihr Busnetz ausdünnt. Aber was, wenn der Bus trotzdem schneller kommt als ein passendes Jobangebot?

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar