Berlin : Jobsuche zwischen Flachbildschirmen

Auf der Ifa informieren TV- und Radiosender Jugendliche über Medienberufe

Lisa Garn

Was sie später machen möchte, weiß Linda noch nicht genau: „Irgendwas mit Medien wäre toll“. Radiomoderatorin? „Mal sehen“, sagt die 17-Jährige und stellt sich am rbb-Hörfunkstand an. Sie ist heute mit ihrer Klasse in Halle 2.2 unterwegs – auf den Ifajobtours.

Dabei informieren Unternehmen wie das ZDF, Gravis oder die Messe Berlin über die Berufe in ihrer Branche. 30 Klassen, die sich vorher beworben haben, können so Jobs in den Branchen Medien, Musik und Elektronik erkunden. Für die 12. Klasse des Hohenschönhausener Barnim-Gymnasiums dreht sich in der nächsten Stunde alles rund um die ARD. Durch die Radio- und Fernsehwelt führt Mark Stuntz von der Abteilung Presse und Information des rbb. Das Motto: „Selber machen statt zugucken.“

Das nimmt Linda beim Wort und versucht es bei Inforadio. Da können die Schüler ihr Talent als Sprecher testen. Klassenkamerad Tim war vor ihr dran und hält stolz seine Erinnerungs-CD zum Mitnehmen in den Händen. Dass darauf auch seine beiden Versprecher zu hören sind, stört ihn nicht: „Ich bin zwar kein geborener Radiosprecher, aber es war witzig.“ Nach der Tour will er sich Flachbildschirme anschauen – und natürlich die neuesten Spielekonsolen: „Das ist für mich das Interessanteste auf der Ifa. Ich würde später auch gern Spiele entwickeln.“ Für Linda leuchtet unterdessen die rote Lampe neben dem Mikro auf. Sie ist auf Sendung. „On Air“. Von der Wand vor ihr liest sie die neuesten Nachrichten über den Fleischskandal in München ab. Nur das Wort „Kontrollmechanismen“ macht Probleme. Egal, zweiter Versuch, diesmal ohne Fehler. Aber zufrieden ist Linda trotzdem nicht: „Meine Stimme klingt total piepsig.“ Damit ist der Beruf Radiomoderatorin ausgeschieden. Fernsehen interessiert sie sowieso mehr: „Ich stehe gern im Mittelpunkt. Da wäre ein Job vor der Kamera ganz schick.“ Die ARD käme in Frage. „Auslandskorrespondentin in London ist bestimmt spannend“, sagt Linda.

„Aber wofür steht eigentlich die Abkürzung ARD“, fragt Mark Stuntz in die Runde. Schweigen. „Für Arbeitsgemeinschaft der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten der Bundesrepublik Deutschland“, erklärt er. Wie viele Sender die hat, welche Jobs es beim Fernsehen gibt und dass man als Kabelträger gute Einblicke in den Beruf als Kameramann sammeln kann, erzählt Stuntz auf dem Weg zum rbb-Studio. Dort ist Nikolas, der Fernsehjournalist werden möchte, richtig, denn hier können sich Zuschauer als Moderatoren für „rbb aktuell“ probieren. Der 17-Jährige sitzt gerade vor dem Teleprompter und ist nach dem Pudern doch ziemlich blass. „Weil alle Aufmerksamkeit auf mich gerichtet ist.“ Die ersten Nachrichten spricht er ganz unsicher, den Wetterbericht souverän wie ein Profi. Nach „seiner“ Sendung, mit der auch Mark Stuntz die Jobtour beendet, ist Nikolas nicht nur um eine Erfahrung reicher, sondern auch um ein Ziel: „Am liebsten würde ich eine Sendung über Eishockey moderieren.“ Er spielt zwar selbst nicht, aber er findet, dass zu viel über Fußball berichtet wird.

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