Berlin : Jobticket bis zu 30 Prozent teurer

BVG rechnet trotzdem mit wenigen Kündigungen und erhält Widerspruch

Klaus Kurpjuweit

BVG und S-Bahn möchten ein besonderes Kunststück schaffen. Die Verkehrsbetriebe wollen, wie berichtet, beim Firmenticket den Rabatt von 15 auf 5 Prozent kürzen und trotzdem kaum Kunden verlieren. Im Gegenteil: Allein die BVG erwartet sogar Mehreinnahmen in Höhe von 2,4 Millionen Euro pro Jahr. Experten machen eine andere Rechnung auf: Demnach führt die neue Regelung zu Mindereinnahmen von mehr als 15 Millionen Euro. Unter anderem auch deshalb, weil Auszubildende grundsätzlich kein Firmenticket mehr bekommen sollen.

Die Reduzierung der Rabatte führt nach BVG-Angaben zu einer Preissteigerung von durchschnittlich elf Prozent. Bei Firmen, die jetzt noch ihr Jobticket zu den Konditionen besitzen, die bis zum 1. April galten, als es noch – billigere – Standard- und – teurere – Premiumkarten gab, verteuert sich das Jobticket zu den neuen Konditionen sogar um fast 30 Prozentpunkte.

Während BVG-Chef Andreas von Arnim überzeugt ist, dass von den etwa 55 000 Kunden, die ein Firmenticket über die BVG erworben haben, nach der Preiserhöhung nur etwa 1000 abspringen würden, erwartet die BfA als größter Kunde, dass etwa 40 Prozent der über 9000 Nutzer bei der BfA das Jobticket dann kündigen und wieder umweltschädlich mit dem Auto zur Arbeit fahren werden. Ein negatives Zeichen hat die BVG bereits gesetzt, als sie 160 Busse bestellte, die nicht den modernsten Abgasnormen entsprechen. Dafür kassierte sie eine Rüge vom Bundesumweltministerium – spart aber fast 20 Millionen Euro.

Das Unternehmen will aber auch die Einnahmen steigern. Dabei hat man vor allem Kunden aus der Arbeitnehmerschaft im Visier. Mit dem bisherigen durchschnittlichen Rabattsatz von 14,6 Prozent „werden die Zahlungsbereitschaften nicht ausreichend genutzt“, heißt es in einem internen Papier. Das will die BVG jetzt ändern.

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