Berlin : Johannesburg ist auch in Berlin

Grüne: Berlin muss endlich Vorbildfunkion wahrnehmen / Ufa-Fabrik und Tagesspiegel laden zu „Woche der Nachhaltigkeit“

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Die Konferenz für nachhaltige Entwicklung in Johannesburg zieht Kreise bis nach Berlin – und zwar nicht allein durch die Teilnahme von Regierungsmitgliedern aus der Bundeshauptstadt. Anlässlich der Konferenz haben die Grünen im Abgeordnetenhaus an den Senat appelliert, „als Hauptstadt einer der führenden Industrienationen stärker als bisher eine Vorbildfunktion einzunehmen“. Dies sagte Grünen-Sprecher Oliver Schruoffenegger. Unterdessen lädt die Ufa-Fabrik in Tempelhof mit dem Tagesspiegel als Medienpartner noch bis zum 4. September zur „Woche der Zukunftsfähigkeit“ mit Thementagen, Aktionen und Informationen darüber, wie man Umweltprobleme durch eigenes Handeln beheben helfen kann.

Die Hochwasserkatastrophe an Donau und Elbe habe Auswirkungen des Klimawandels auch in hiesigen Breitengraden demonstriert, redeten gestern die Grünen dem Senat ins Gewissen. Spätestens jetzt müsse der umwelt- und naturschutzgefährdende Ausbau der Wasserstraßen etwa zwischen Berlin und Hannover gestoppt werden. Was die Stadt etwa mit ihrer Umwelt- und Wirtschaftspolitik selbst bewegen könne, zeigten die Vorschläge der Enquete-Kommission „Zukunftsfähiges Berlin“ sowie die Leitlinien des Landes für die Entwicklungszusammenarbeit. Doch an der Umsetzung hapere es bislang, so die Kritik der Grünen. Unter Wirtschaftssenator Gregor Gysi (PDS) seien die Zuschüsse für Entwicklungszusammenarbeit in Berlin, also vornehmlich die Förderung entsprechender Bildungsträger, sogar um eine Million – rund die Hälfte – gestrichen worden. Zudem sei Berlin aus dem Klimabündnis der großen deutschen Städte ausgeschert und habe die 32 000 Euro Anteil für ein Regenwaldschutzprogramm in Brasilien gestrichen. „Der Betrag ist so gering, dass damit der Haushalt nicht saniert werden kann, aber der symbolische Schaden ist dafür aber umso größer“, sagte Schruoffenegger .

Wie man sich selbst verantwortungsbewusst verhalten kann, zeigt die Ufa-Fabrik, Viktoriastraße 10-18, noch bis zum 4. September. So stellen zum Beispiel heute mehrere Schulen von 10 bis 13 Uhr Partnerschaften mit Afrika und Lateirika vor. „Umweltschutz mit Gewinn für die Berliner Betriebe“ – so lautet das Motto der Abendveranstaltung am Mittwoch (20 Uhr). Am Freitag wird der „nachhaltige Warenkorb“ bestückt (15 Uhr), ab 17 Uhr geht es um ökologischen Landbau. kög

Infos im Internet: www.woche- der-zukunftsfaehigkeit.de

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