Berlin : Jubel an der Platte

3B Berlin holt Punkt gegen Meister

Jörg Petrasch

Rainer Lotsch konnte es sich nicht verkneifen. Der Manager vom Tischtennis-Bundesligisten 3B Berlin nahm mitten in der Partie das Hallenmikrofon in die Hand und sagte: „Übrigens, unser schwaches erstes Paarkreuz: 4:0 Punkte.“ Trotzdem reichte es am Ende gegen die Gäste vom TTC Langweid in eigener Halle nicht zum Sieg. Der Deutsche Meister und 3B Berlin trennten sich gestern vor 300 Zuschauern 5:5.

„Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt“, sagte Lotsch nach der Partie. Immerhin nahm sein Team dem Tabellenführer den ersten Punkt ab. Vor allem aber war es für Lotsch eine Genugtuung. Im Vorfeld der Partie hatten die Gäste aus Bayern sich unter anderem darüber mokiert, dass die deutsche Nationalspielerin Tanja Hain-Hofmann, als vermeintlich schwächere Spielerin, bei 3B an Position zwei aufgestellt ist. Doch sowohl Berlins Nummer eins, Ruta Budiene aus Litauen, als auch Hain-Hofmann gewannen sensationell gegen die in der Liga bisher unbezwungene Weltranglisten-13., Mihaela Steff aus Rumänien, und die neunmalige Europameisterin Csilla Batorfi (Ungarn). Genau auf so eine Leistungssteigerung hatte Lotsch nach der verbalen Attacke aus Bayern gehofft. Und es gelang. Die Spielerinnen waren konzentriert, und das Publikum stand vom ersten Ball an hinter seinem Team.

Hain-Hofmann war dann natürlich mit ihrem Auftritt zufrieden, nicht ganz aber mit dem Gesamtergebnis. „Man denkt schon, dass man gewinnen kann, wenn Ruta und ich vier Punkte machen“, sagte die 23-Jährige. Die beiden Chinesinnen Yunli Schreiner und Xu Lin ließen aber Berlins Chinesin Ran Li und Christina Fischer auf Position drei und vier keine Chance. „Ein salomonisches Ergebnis“ fand dagegen der Damen-Bundestrainer Richard Prause, der gekommen war, um Hain-Hofmann zu beobachten. Dann freute er sich aber doch noch über die beiden Siege seines Schützlings.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben