Jubiläum : 1000 Weine, 57 Galerien – und zwei Frauen, die alles erklären

Kunst & Rebensaft: Ein informativer "Weinparcours" ist Teil der großen Jubiläumsveranstaltung zum 100-jährigen Bestehen der VDP-Güter.

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Schmecken drei Weine, die von drei Winzern auf einem einzigen Weinberg produziert werden, wirklich unterschiedlich? Schmecken drei Weine, die ein einziger Winzer auf drei verschiedenen Weinbergen produziert, gleich? Wie verändert sich ein Wein über mehrere Jahre, und wie groß sind die Jahrgangsunterschiede? Was unterscheidet ein „Großes Gewächs“ vom einfachen Gutswein desselben Winzers? Das sind Fragen, die echte Weinliebhaber umtreiben. Konkret klären lassen sie sich nur selten, denn meist steht nur eine einzige Flasche da und schmeckt – oder nicht. Direkte Vergleiche sind für Laien nur schwer möglich.

Diese Situation will der „Weinparcours“ erhellen, den die Kölner Weinspezialistinnen Christina Fischer und Helena Mariscal Vilar in der Forum Factory in der Kreuzberger Besselstraße 12 aufgebaut haben. dort stehen nicht nur große Mengen deutscher Top-Weine zur Verkostung bereit, sondern auch die notwendigen Informationen, um aus dieser Verkostung größtmöglichen Nutzen zu ziehen.

Sogar Bodenproben aus verschiedenen deutschen Anbaugebieten sind eingetroffen; sie sollen verdeutlichen, welche unterschiedlichen Voraussetzungen das scheinbar einheitliche Produkt Wein so vielfältig machen. Und einfache Vergleichsaromen aus frischen Aprikosen, Birnen oder Limetten zeigen dem Einsteiger, dass die Weinwelt leicht zu begreifen ist. Es dürfte bislang kaum eine Möglichkeit gegeben haben, das Weinwissen in kurzer Zeit durch so viele Kreuz- und Quer-Proben zu erweitern.

Eine so aufwendige Aktion steht natürlich nicht allein im Berliner Veranstaltungskalender, sondern gehört in den Rahmen des Jubiläumswochenendes der VDP-Qualitätsweingüter, das am Sonntag vor allem die Berliner Kunstszene bestimmt. Denn in zahlreichen Galerien haben sich die insgesamt knapp 200 Mitgliedsbetriebe des VDP mit ihren aktuellen Weinen aufgestellt – um zu zeigen, wie sich zwei so unterschiedliche Kulturgüter ergänzen. Die äußerst aufwendig inszenierte Aktion, die von 12 bis 18 Uhr läuft, geht von den Kolonnaden vor der Alten Nationalgalerie aus. Wer dort eine Eintrittskarte erwirbt, kann entweder auf eigene Faust auf den Weg zu seinen Lieblingswinzern gehen oder sich einer Führung mit Shuttlebus oder Fahrradrikscha anschließen.

Niemand wird dieses Programm auch nur annähernd absolvieren können. Mehr als 1000 Weine in 57 Galerien stehen bereit, und das in drei regionalen Schwerpunkten: Die meisten Galerien befinden sich rund um die Auguststraße in Mitte, gefolgt von der aufstrebenden Gegend rund um die Koch- und Rudi-Dutschke-Straße in Kreuzberg. Schließlich spielt auch der Strausberger Platz in Friedrichshain eine gewisse Rolle. Dort gibt es zwar nur drei teilnehmende Galerien, aber in ihnen präsentieren wichtige Winzer wie Paul Fürst, Werner Näkel und Reinhard Löwenstein ihre aktuelle Kollektion.

Die Teilnahme einschließlich aller Verkostungen und Weinparcours kostet 35 Euro, Karten gibt es nicht nur am Kolonnadenhof der Alten Nationalgalerie, sondern auch beim Weinparcours, Besselstr.14, im Galerienhaus Lindenstraße 35, bei Wagner+Partner, Karl-Marx-Allee 37, in der DNA-Aktionsgalerie, Auguststr.20 und im Galerienhaus in der Rudi-Dutschke-Str.26. Nur am Sonntag, 12 bis 18 Uhr.

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