Jubiläum : Uferbahn in Schmöckwitz wird 100

Eine der schönsten Straßenbahnstrecken Deutschlands wird 100 Jahre alt - und blickt einer ungewissen Zukunft entgegen.

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Noch fährt sie – idyllisch durch Wald und am Wasser entlang, die Straßenbahnlinie 68 vom S-Bahnhof nach Alt-Schmöckwitz. Trotzdem ist jetzt an der Endstation in Schmöckwitz vom Ortsverein ein Gedenkstein aufgestellt worden. Er weist auch nicht auf das Ende der 7,5 Kilometer langen Uferbahn hin, sondern erinnert an den Baubeginn vor 100 Jahren.

Die Zukunft der Bahn, die zu den schönsten Straßenbahnstrecken in Deutschland zählt, ist weiter ungewiss. Für die BVG zählt nicht die Schönheit, sondern sie sieht auf die Kosten. Und da ist die Uferbahn teuer. Die notwendige Sanierung soll rund 18 Millionen Euro kosten. Einstellungsgefährdet ist der Abschnitt vom S-Bahnhof Grünau bis Alt-Schmöckwitz.

Obwohl der Senat 9,8 Millionen Euro zuschießen will, die aus den Mitteln stammen, die der S-Bahn gekürzt worden sind, fällt es der BVG schwer, die andere Hälfte der Sanierungskosten zu übernehmen, weil der Aufwand bei täglich etwa tausend Fahrgästen nicht gerechtfertigt sei, heißt es in dem Unternehmen. Offiziell verweist man darauf, dass die Entscheidung im Aufsichtsrat noch nicht gefallen sei. Sie ist mehrfach verschoben worden.

Der Aufwand ist so hoch, weil neue Vorschriften verlangen, dass die Gleise, die auch ein Wasserschutzgebiet queren, dort so gebaut sein müssen, dass kein Öl von den Fahrzeugen in den Boden dringen kann. Die Vorgaben greifen bei einer Generalsanierung; jetzt genießt die Bahn noch einen Bestandsschutz. Geplant ist, die Gleise auf einen begrünten Betontrog zu legen.

Schon 2006 stand die Uferbahn auf der Kippe, weil die BVG auch damals schon die erforderlichen Reparaturkosten in viel geringerer Höhe nicht aufbringen wollte. Nach heftigen Protesten gegen eine Einstellung des Betriebs sicherte eine „Notreparatur“ dann den Betrieb bis 2011. Für den 9. April ruft der Ortsverein auf, eine Menschenkette entlang der Strecke zu bilden.

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