Berlin : Jüdische Gemeinde: Andreas Nachama bekam die meisten Stimmen

apa

Bei den Wahlen für die Repräsentantenversammlung (RV) der Jüdischen Gemeinde zu Berlin konnte der amtierende Gemeindevorsitzende Andreas Nachama am Sonntag die meisten Stimmen auf seine Kandidatur versammeln. 1602 Wähler gaben ihm eine der 21 Stimmen, die jeder der 9600 wahlberechtigten Gemeindemitglieder hatte. Die Wahlbeteiligung war mit 37,1 Prozent jedoch sehr niedrig.

Nachamas Herausforderer Moishe Waks konnte seinen Sitz in der RV ebenfalls behaupten, liegt allerdings nur auf dem 14. Platz in der Wählergunst. Damit ist Nachama jedoch noch nicht in seinem Amt bestätigt, sondern hat bislang lediglich einen Sitz in der RV, dem Gemeindeparlament, sicher. Erst auf einer konstituierenden Sitzung am 2. Mai wird aus dem Kreis der 21 Repräsentanten ein neuer Vorstand gewählt, der den Vorsitzenden bestimmt. Bei den Wahlen konnten sich die Kandidaten in Listen zusammenschließen. Aus der um Nachama gruppierten Liste "Jüdische Einheit" wurden insgesamt sieben Kandidaten gewählt, aus dem "Jüdischen Forum" um Waks acht. Waks hat bereits angekündigt, im Mai weiterhin für das Amt des Gemeindevorsitzenden zu kandidieren.

Nachama hofft jetzt auf "ein Stück Kontinuität" in der Gemeindepolitik. "Es muss gelingen, einen Vorstand zu bilden, der möglichst viele der Kräfte in der Gemeinde abbildet", sagte er. Anders als in der bisherigen RV ist mit dem Verleger des "Russkij Berlin", Dimitri Feldmann (Platz sieben), auch ein Vertreter der in den letzten zehn Jahren nach Berlin gekommenen Zuwanderer aus der GUS in die RV gewählt worden. Einziehen wird erstmals auch Arkadij Schneidermann (Platz sechs), der sich mit seinem Verein "Die Stimme" für die zahlenmäßig in der Gemeinde dominierende Gruppe einsetzt.

Auf dem zweiten und dritten Platz in der Wählergunst finden sich zwei Einzelkandidaten: Der Arzt Natan Del und der ehemalige Diplomat Alexander Brenner. Die RV hat insgesamt neun Neuzugänge zu verzeichnen. Dazu gehören unter anderem die Bürgerrechtlerin Anetta Kahane und der Rabbiner Walter Rothschild, der im letzten Jahr nach internen Streitigkeiten von der Gemeinde entlassen wurde.

Drei Repräsentanten wurden nicht bestätigt, sechs traten nicht wieder an. Zu den letzteren gehört auch der Leiter des Potsdamer Moses-Mendelsohn-Zentrums, Julius Schoeps, der erst am Donnerstag seine Kandidatur zurückgezogen hatte.

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben