Berlin : Jüdische Gemeinde: Schwere Niederlage für Nachama

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Alexander Brenner wurde gestern Abend zum neuen Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde zu Berlin gewählt. Der 71-jährige Chemiker und ehemalige Diplomat erhielt bei der Wahl zum fünfköpfigen Vorstand der Repräsentantenversammlung 12 von 21 Stimmen. Der Vorstand bestimmte ihn dann zu seinem Vorsitzenden. Damit löst Brenner den 49-jährigen Andreas Nachama im Amt ab. Der liberal orientierte Nachama war zuvor mit seiner Kandidatur um den Gemeindevorsitz deutlich gescheitert. Er erhielt nur acht Stimmen aus den Reihen der 21 im März gewählten Repräsentanten und wird damit nicht einmal im neuen Gemeindevorstand vertreten sein. Dem Historiker wird vorgeworfen, die Gemeinde in den vergangenen vier Jahren nicht entschieden genug geführt und ihre Position im Zentralrat verspielt zu haben. Auch von Nachamas Wahlbündnis, der Jüdischen Einheit, wird niemand im Vorstand sitzen.

Der orthodox eingestellte Alexander Brenner erklärte, er wolle "die Gräben in der Gemeinde überwinden". Am wichtigsten sei es, die russischsprachigen Zuwanderer zu integrieren und religiös zu bilden. Andreas Nachama reagierte gelassen auf seine Niederlage. Es sei ihm nicht gelungen, eine Koalition zu schmieden. Er wolle nun auf seinen Posten als Direktor der Gedenkstätte Topographie des Terrors zurückkehren, von dem er beurlaubt war.

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