Jüdische Gemeinde : Süsskind hofft auf konsequentes Votum

Eigentlich hatte Lala Süsskind die Wahl zur Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde mit ihrem Bündnis "Atid" im November gewonnen. Doch diese wurde angefochten. Nun entscheidet der Schiedsausschuss morgen über Neuwahlen. Und Süsskind zeigt sich optimistisch.

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Möchte zügiges Voranschreiten: Lala Süsskind. -Foto: Kai-Uwe Heinrich

BerlinDer Schiedsausschuss der Jüdischen Gemeinde entscheidet morgen über die Rechtmäßigkeit der Gemeindewahl. Sie hoffe darauf, dass das von einigen Gemeindemitgliedern angefochtene Votum Bestand habe, sagte die designierte Gemeindevorsitzende Lala Süsskind. Die Rechtsverstöße seien nach Einschätzung des Landeswahlleiters nicht so schwerwiegend und nicht wahlentscheidend gewesen, dass eine Wiederholung des Urnengangs notwendig wäre. Zudem wäre eine Neuwahl zeitraubend, teuer und demotivierend.

Vorwurf der Manipulationen und Schlampereien

Süsskind und ihr Bündnis "Atid" waren aus der Wahl Ende November als klare Sieger hervorgegangen. Die Gruppe besetzt künftig 13 der 21 Sitze des Gemeindeparlaments. Dagegen verfehlte die Gruppe "Tachles" um den früheren Vize-Gemeindechef Arkadi Schneiderman, der unter Kritikern als einer der Unruhestifter in der seit vielen Jahren völlig zerstrittenen Gemeinde gilt, komplett den Einzug in die Repräsentantenversammlung. Mehrere Vertreter der unterlegenen Gruppe hatten wenig später die Wahl wegen "Manipulationen" und "Schlampereien bei der Auszählung" angefochten.

Neuer Vorstand wäre Ende Januar denkbar

Dieses Verhalten sei "relativ durchsichtig", sagte Süsskind. Die Wahlverlierer sollten das klare Ergebnis respektieren und den Beginn der Arbeit nicht behindern. Zudem zeigte sich Süsskind überzeugt, dass die Unterlegenen von einer Neuwahl nicht profitieren würden. Sollte der Schiedsausschuss der Gemeinde morgen das Votum akzeptieren, könnte das Gemeindeparlament Ende Januar zu seiner konstituierenden Sitzung zusammentreten und den neuen Vorstand wählen.

Die Gemeindeparlamentswahl 2003 war schon einmal angefochten worden und musste später wiederholt werden. Die Jüdische Gemeinde Berlins ist mit rund 12.000 Mitgliedern, die zu rund 80 Prozent aus Osteuropa zugewandert sind, die größte in Deutschland. (liv/ddp)

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