Berlin : Jüdisches Museum: Ausstellung blieb geschlossen

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"Aus Trauer und Anteilnahme mit den Opfern der Tragödie in den USA" sagte das Jüdische Museum seine für gestern um 19 Uhr geplante Publikumseröffnung ab. Bis ein Uhr nachts sollten die Berliner die Ausstellung des Hauses in der Kreuzberger Lindenstraße besuchen können. Die Museumsleitung hoffe, so Sprecherin Eva Söderman, dass die Eröffnung am heutigen Mittwochmorgen ab 10 Uhr nachgeholt werden könne. Ganz sicher war das am späten Abend aber noch nicht. Die Entscheidung solle erst am Mittwoch fallen.

Zum Thema Fototour: Das Jüdische Museum in Bildern Kurz nach den Anschlägen hatte die Museumssprecherin eine Absage noch ausgeschlossen. Es gäbe keine Sicherheitsbedenken auf Grund der Terroranschläge in den USA. Weil das Jüdische Museum grundsätzlich eine gefährdete Einrichtung sei, gebe es "ein sehr gutes Sicherheitssystem", auf das man sich verlassen könne. Für den Abend waren in der Lindenstraße tausende Besucher erwartet worden. Es kamen aber weitaus weniger. Gegen 19 Uhr hätten etwa 40 Menschen wartend vor der Tür gestanden, sagte Eva Söderman. Sie wurden vom Besucherservice über die vorübergehende Schließung informiert. Offenbar seien viele schon wegen der schrecklichen Nachrichten aus New York und Washington zu Hause geblieben. Der Schülertag, an dem viele Schulklassen aus Berlin und Brandenburg vom frühen Morgen an teilgenommen hatten, ging am frühen Nachmittag ungestört zuende.

Unter den offziellen Eröffnungsgästen des Jüdischen Museums, die gestern noch in Deutschland waren, lösten die Nachrichten aus den USA Bestürzung aus. Eine Gruppe von zumeist älteren Amerikanern, Israelis und Lateinamerikanern war gestern auf Einladung der Bundesregierung nach Leipzig gereist. Viele der Amerikaner reagierten mit Panik, wollten auf direktem Wege zurückfliegen, hieß es aus dem Umkreis der Gruppe. Die einzige Möglichkeit war jedoch, den Besuch abzubrechen und nach Berlin zurückzukehren. Der gesamte amerikanische Luftraum ist im Moment gesperrt. Ursprünglich wollte die Gruppe, die auf Einladung der Bundesregierung in Berlin ist, am Donnerstag zurückfliegen.

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