Jüdisches Museum : Preis für Berggruen und Lambsdorff

Der Kunstsammler Heinz Berggruen und der FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff bekommen den diesjährigen Toleranz-Preis des Jüdischen Museums Berlin. Sie hätten sich vorbildlich für "Verständigung und Toleranz" eingesetzt.

Berlin - Der Kunstsammler Heinz Berggruen und der FDP-Politiker Otto Graf Lambsdorff werden mit dem diesjährigen Toleranz-Preis des Jüdischen Museums in Berlin ausgezeichnet. Mit dem "Preis für Verständigung und Toleranz" werden jährlich Persönlichkeiten geehrt, "die sich auf herausragende Weise für die Förderung von Toleranz und Verständigung eingesetzt haben".

Berggruen werde als Symbolfigur der Aussöhnung in der deutsch- jüdischen Geschichte gewürdigt, teilte das Museum am Donnerstag mit. Lambsdorff erhalte die Auszeichnung für seinen Einsatz bei den Verhandlungen zur Entschädigung der NS-Zwangsarbeiter. Der Preis soll am 19. November auf einer Galaveranstaltung im Jüdischen Museum verliehen werden.

Der 91-jährige Berggruen habe durch seine Rückkehr aus dem Exil im Jahr 1996 und die Übergabe seiner weltweit bedeutenden Bildersammlung mit Werken von Picasso und anderen Malern an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz nicht nur Bedeutsames für seine Heimatstadt Berlin geleistet, sondern auch eine großzügige Geste der Versöhnung gegenüber Deutschland gezeigt.

Dem 78-jährigen Lambsdorff sei es gelungen, die Einrichtung einer von der deutschen Wirtschaft und der Bundesregierung getragenen Bundesstiftung zu Gunsten der früheren NS-Zwangsarbeiter durchzusetzen und damit möglichst vielen noch lebenden Opfern eine baldige Entschädigung zukommen zu lassen. Für diese Leistung habe der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Dank und Anerkennung im In- und Ausland geerntet.

Die Laudatio für Berggruen wird der "Zeit"-Herausgeber und frühere Kulturstaatsminister Michael Naumann (SPD) halten, für Graf Lambsdorff der Vizepräsident des Zentralrats der Juden in Deutschland, Salomon Korn. Frühere Preisträger waren unter anderem Altbundespräsident Johannes Rau, der Industrielle Berthold Beitz, Bundesinnenminister Otto Schily und die Verlegerin Friede Springer. (tso/dpa)

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