„Jugend forscht“ : Mit Kuchen und Kaninchendraht

Im Schul-Wettbewerb „Jugend forscht“ wurden jetzt die Landessieger gekürt. Mit dabei: Gefärbter Kuchen, der den Testpersonen aufgrunddessen anders schmeckt.

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Hannan Khedeir und Dilara Oekten, die die Wirkung von Kuchenfarben auf die Geschmackswahrnehmung testeten.Foto: Uwe Steinert

Käsekuchen mit Zitronenaroma kann ganz verschieden schmecken – je nachdem, ob er gelb, blau, grün oder rot gefärbt wurde. Das fanden Schülerinnen der Anna-Siemsen-Schule im „Jugend forscht“-Wettbewerb heraus: Testpersonen nahmen Aromen von Kirsche, Blaubeere, Kiwi und Waldmeister wahr, obwohl der Teig derselbe war. Mit ihrem Experiment gewannen die 16- bis 17-jährigen Mädchen gestern beim Berliner „Jugend forscht“-Landesentscheid einen Sonderpreis der Bildungsverwaltung.

Auch andere populärwissenschaftliche Fragen wurden geklärt. Um „Harnstoff im Schwimmbad“ ging es Schülerinnen der Menzel-Oberschule. Eine TV-Sendung hatte behauptet, es gebe Gesundheitsgefahren durch chemische Reaktionen von Chlor mit Harnstoff aus Urin; pro Stunde würden 40 Badegäste je 2,5 Liter ins Wasser pinkeln. Doch die normale Urin-Tagesmenge von Menschen beträgt nur 1,5 Liter, und Wasserproben zeigten keine hohen Werte – die Bedrohung war übertrieben. Die Schülerinnen kamen auf Platz zwei in der Kategorie „Arbeitswelt“.

Insgesamt nahmen 92 Nachwuchsforscher aus 26 Schulen teil. Sieben Projekte in sechs Kategorien belegten erste Plätze und nehmen am Bundesfinale in Bremerhaven teil. Die 20-jährige Julia Krawczyk vom OSZ für Ernährung wurde Landessiegerin in Biologie: Sie überprüfte, ob Fehlbildungen menschlicher Extremitäten genetische Ursachen haben. Genome von Patienten zeigten Veränderungen, die aber auch bei Gesunden auftreten können und daher wohl „keine klinische Bedeutung“ haben. Die genauen Ursachen der Fehlbildungen blieben unklar.

Preisträger der Marie-Curie-Oberschule spürten „dem ersten Augenblick des Universums“ mit Messungen der Mikrowellenstrahlung aus dem All nach – dazu genügten eine Satelliten-Fernsehanlage und Kaninchendraht. Eine pflanzliche Alternative zu herkömmlichen Gummibärchen schufen die Sieger in Chemie, Fabian Moritz und Moritz Winkler von der Ulrich-von-Hutten-Oberschule. Gelatine ersetzten sie durch Carrageenan aus Algen und Johannisbrotkernmehl. Besuchern der Preisverleihung und Ausstellung bei Siemens am Rohrdamm schmeckte die Kreation namens „Pflummis“ schon mal ganz gut. (CD)

Informationen im Internet: Jugend forscht in Berlin.

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